Die richtige Formulierung für deine Bewerbung

Immer wieder sitzt du vor einer Stellenausschreibung – „Super, genau das hab ich gesucht – doch wie fange ich an?“  Geht dir das genauso?

Zu allererst mit Ruhe und Beschaulichkeit…. nein, aber im Ernst, zu allererst solltest du dir Gedanken über den ersten Eindruck deines Bewerbungsschreiens machen:

  • Das Bewerbungsanschreiben soll den Personaler fesseln
    Also überleg dir einmal, ob dein Bewerbungsanschreiben den ersten Eindruck überlebt.

    Anton Porsche / pixelio.de

    Anton Porsche / pixelio.de

    Schaut das Bewerbungsschreiben wie ein Geschäftsbrief aus? Hast du den Namen des Personalers?

    Ja nicht „Sehr geehrte Damen und Herren“ – wenn in der Stellenanzeige kein Name steht, greif zum Telefon und rufe an. Lass dir den Namen bitte buchstabieren! Noch schlimmer als „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist ein falsch geschriebener Name.
     

  • Nutze alles um positiv aufzufallen
    Wie wäre es mit einem PS.? Das nutzen die wenigsten Bewerber – dabei ist es ein gutes Mittel um auf einen wichtigen Punkt hinzuweisen. Überlege dir genau, was du als PS schreiben könntest, diesen Satz lesen 99 % aller Personaler …. hier kannst du richtig punkten.  Allerdings hilft ein Satz: „Ich würde sooo gerne in Ihrem Unternehmen arbeiten“ rein gar nichts – heb etwas hervor, dass dem Unternehmen einen Vorteil bringt. Kennst du einen (führenden) Angestellten der Firma gut? Machst du gerade eine Fortbildung, die haargenau passt? Bekommt das Unternehmen eine Eingliederungshilfe, wenn sie dich einstellen?
     
  • hiermit bewerbe ich mich….
    Streiche diesen Satz aus deiner Bewerbung – so bewirbt sich heute kein Mensch mehr. Das du dich bewirbst, sieht der gute Mensch doch. Ebenfalls brauchst du kein „ich habe Ihre Anzeige gelesen“ in der Bewerbung, das weiß er auch – nutze den Platz lieber, um dich anzupreisen und zwar immer so, dass du herausstellst, was das Unternehmen für einen Vorteil hat, gerade dich einzustellen.
     
  • der Anruf vorher
    Immer wieder lese ich, dass man VOR dem Bewerbung schreiben anrufen soll – um mit dem Personaler einen kleinen Schwatz zu halten. Das ist ein guter Tipp – wenn du denn noch eine wichtig Information brauchst. Wenn da z.B. steht, dass die Stelle zum 1.10. angetreten werden soll und du aber erst zum 1.1. kannst – dann ist so ein Telefonat eine gute Idee, sich richtig in Szene zu setzen. Aber einen Anruf, nur um dann schreiben zu können: „herzlichen Dank für das Telefonat“, das kannst du dir sparen.

 

Jetzt gehts endlich ans Schreiben. Surfe vorher durchs Netz – oder hol dir ein Bewerbungsratgeber aus der Bücherei und lies dich ein. Welche Satzstellungen sind heutzutage interessant. Welche Eigenschaften kannst du dir eigen nennen?

Als erstes kommt er Einleitungssatz – der muss sitzen – dieser Satz muss den Personaler zum Weiterlesen annimieren. Deshalb habe ich hier: http://www.fibb.de/bewerbung/gute-bewerbungsschreiben-formulieren-die-einleitung schon einmal nur über die Einleitung und ihre Wirkung einen eigenen Artikel geschrieben.

Nun zum Hauptteil – hier sollst du dem Personaler genau sagen, warum er gerade dich einstellen soll. Das ist gar nicht so einfach und vorallem von Stelle zu Stelle wieder neu aufzurollen. Eine Bewerbung schreiben und die dann an die nächsten 10 Unternehmen zu schicken, die eine Stelle ausschreiben, geht schief – versprochen.

Checkliste für den Hauptteil der Bewerbung:

  • meine wesentlichen Stärken sind untergebracht?
  • was kannst du und wo liegen deine persönlichen Stärken?
  • alle wesentlichen Anforderungen aus der Stellenausschreibung sind im Bewerungsschreiben wiederzufinden?
  • die geforderte Soft Skills hast du mit Tatsachen belegen können?
  • einen Bezug zum Unternehmen hergestellt?
  • wird deutlich, welchen Vorteil das Unternehmen von deiner Mitarbeit hätte?
  • hast du vermieden, Stationen aus dem Lebenslauf aufzulisten?
  • deine Gehaltsvorstellungen, wenn gefordert, hast du genannt?
  • ggf. eine Person als Referenz angegeben?

Checkliste für das Bewerbungsanschreiben:

  • Hast du den Absender vollständig und richtig?
  • Ist der Ansprechpartner in die Adresse mit eingebaut? (bitte ohne z.Hd. – heute schreibt man nur noch Herr Mustermann)
  • Deine eigene Adresse vollständig inklusive Telefonnummer und Mail-Adresse? (Bitte keine alla: schlimmfinger@t-online.de)
  • Ist die Betreffzeile richtig?  1. Zeile: „Bewerbung als ……. “ 2. Zeile: Ihre Stellenanzeige in … vom … “ (gerne die 1. Zeile fett)
  • Ort und Datum korrekt? (lieber: 12. September 2014 statt 12.09.2014)
  • Hast du alle geforderten Angaben im Anschreiben? (wenn eine Gehaltsvorstellung gefragt ist, bitte eine angeben, es gibt Unternehmen, da fliegt man sofort raus, wenn man reinschreibt: „Über meine Gehaltsvorstellung möchte ich gerne persönlich mit Ihnen sprechen“
  • Keine Rechtschreib- und Zeichenfehler? (am Besten nochmal gegenlesen lassen, selbst die Fehlererkennung in Word lässt einiges durch)
  • Ist die Aufforderung zu einem Vorstellungsgespräch enthalten?
  • Ist das Anschreiben unterschrieben?
  • PS? Hast du ein WICHTIGES PS gefunden?
  • Hast du Anlagen drunterstehen – und zwar ohne jede einzeln auszuführen?

 

Ich glaube, das wichtigste ist bei allen Formulierungen und Überlegungen ist, dass du eine saubere und gut durchdachte Bewerbung abgibst. Erst gestern sagte jemand zu mir: „Sie glauben nicht, wieviele Bewerbungen ich sofort weglege, weil mir schon beim ersten Anschauen klar ist, dass diese Menschen keine Ahnung von dem haben, was ich suche“.

Denke immer daran: Deine Bewerbung ist deine erste Arbeitsprobe – und wenn sie schlecht ist (schon mal was von DIN 5008 gehört?), wenn ihr wichtige Teile fehlen – oder überall Tipp- bzw. Rechtschreibfehler zu finden sind, glaubst du wirklich, dann mag der Personaler dich einstellen?

Ich nicht.

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