Streßfaktor: Bürolärm

Bürolärm wird heutzutage immer noch unterschätzt. Tastaturgeklappere, die plaudernden Kollegen – das Telefonat im Hintergrund. Gerade in Großraumbüros sind solche Hintergrundgeräusche Alltag.

Das dieser dauernde Geräuschpegel aber die Arbeitsleistung senken kann, sogar krank machen kann – das wissen viele nicht.

uschi dreiucker / pixelio.de

uschi dreiucker / pixelio.de

In der Planungsphase ist vieles einfacher

Deshalb solltest du – wenn du ein Büro planst – immer genug Platz für Abstand und schallschluckende Gegenstände einplanen. Denn wer hier am Platz spart, spart am falschen Ende.

Klar, kann man einige tausend Euro sparen, wenn man die Büros kleiner hält – aber wenn du dagegen rechnest, was dir an gesunkender Arbeitsleistung und Krankheitstagen an höhere Kosten entstehen, wird schnell klar: jeder Quardratmeter mehr rechnet sich schnell.

Doch wenn der Platz immer enger wird?

Nur was solltest du tun, wenn du vor 10 oder 20 Jahren – manchmal gehts wohl noch schneller – ein kleines Büro für 5 Mitarbeiter geplant hast und dein Geschäft nun so explodiert, dass du mittlerweile den 8. oder 9. Mitarbeiter irgendwie ins Büro setzen musst?

Hier solltest du zu allererst einmal die gesetzlichen Richtlinien kennen:

  • jeder Mitarbeiter braucht 8 qm Platz
    Meiner Meinung nach viel zu wenig – aber rein rechtlich ist das zulässig
  • eine Höchstgrenze für den Lärmpegel gibts im Gesetz nicht mehr
    Da standen einmal 55 Dezibel drinnen, dieser Wert wurde aber gestrichen

Bürolärm wirkt sich bei deinen Mitarbeiten hier aus:

  • senkt die Konzentrationsfähigkeit
  • mindert die Denkgeschwindigkeit
  • die kreative Leistung sinkt
  • das Gedächtnis lässt nach
  • das Stressniveau steigt
  • beeindrächtigt die Gefühlslage
  • die Motivation sinkt

-> und all das lässt die Arbeitsleistung jedes einzelnen Mitarbeiters sinken.

Ratgeber: Was ist überhaupt alles Lärm?

Das Lärmempfinden jedes Menschen ist unterschiedlich – so kann für einen das im Hintergrund laufende Radio schon nervig sein, während andere die Musik als anregend empfinden.

Aber um einen Querschnitt zwischen all diesen Empfindungen zu finden, hier eine Liste, was für die meisten Mitarbeiter als Lärm angesehen wird:

  • Unterhaltungen anderer Mitarbeiter
  • Telefonate im Hintergrund
  • Türen klappern
  • klapperndes Geschirr
  • Musik (gerade wenn der Radio läuft und die Moderatoren immer wieder zu hören sind)
  • Drucker, Faxgeräte, Tastaturgeklapper
  • ect.

Natürlich kann man diese Geräusche nicht alle verhindern – aber abmildern. Die heutigen Drucker und Faxgeräte sind alle schon um einiges leiser geworden, trotzdem sollten sie etwas abgeschirmt in einer weiter entfernten Ecke stehen.

Auch sollte der Abstand zwischen den einzelnen Mitarbeitern so groß wie möglich gehalten werden. Sitzgruppen sollten so klein wie möglich gehalten werden. Klar, kann man zwei Mitarbeiter gegenüber setzen, wenn diese z.B. das gleiche Arbeitsgebiet bearbeiten. Jedoch sollten diese Gruppen dann durch Büroschränke, Pflanzen oder Sichtschutzwände von anderen Mitarbeitern abgeschirmt werden.

Jeder Meter mehr macht hier schon eine Lärmreduzierung aus.

Wie findest du die richtige Mischung heraus?

Da einige Mitarbeiter vielleicht das Radio als angenehm empfinden – andere unbedingt mit ihrem Kollegen zusammensitzen müssen und wieder andere kurze Wege zum Drucker benötigen, hilft hier nur miteinander reden. Umfragen oder Besprechungen abhalten – und einen neuen Büroplan erstellen.

Dazu eignet sich ein leere Blatt Papier – oder eine Magnettafel – und dazu alle Möbel, die in diesen Raum müssen bzw. sollen, als maßstabgerechtes Stück Papier bzw. Magnet.

Gerade wenn Mitarbeiter in diesen Prozeß eingebunden werden, fühlen sie sich danach auch wohler im Büro – denn ihre persönlichen Bedürfnisse wurden dann soweit wie möglich berücksichtigt.

Kannst du sonst noch etwas tun?

Auch wenn man auf der Arbeit ist – sollte es so angenehm wie möglich gestaltet werden.

Ein paar Ideen:

  • Die Wände sollten in einer hellen, freundlichen Farbe gestrichen werden
  • Bilder kann man vielleicht zusammen mit den Mitarbeitern aussuchen
  • Pflanzen und Dekoartikel machen das Büro etwas bequemer
  • Vielleicht kannst du deinen Mitarbeitern einen kleinen Bereich auf ihrem Schreibtisch gestatten, auf dem sie Bilder von der Familie oder ihren Haustieren aufstellen können.

 

Vielleicht hat dieser Artikel dich zum Nachdenken bewegt – das würde mich freuen. Denn ein vernünftig eingerichtetes  und lärmarmes Büro ist kein Luxus.

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