Nebenberuflich selbständig machen?

Vor längerer Zeit habe ich mich schon einmal kurz darüber ausgelassen, wie es ist, wenn man nebenberuflich etwas Geld verdienen möchte.

Tim Reckmann / pixelio.de

Tim Reckmann / pixelio.de

Hierbei handelt es sich meist um einen Nebenjob – oder man arbeitet auf selbständiger Basis, hat aber nur geringe Einnahmen und hat auch meist nicht vor, diesen Nebenjob zum Hauptjob auszubauen.

Heute möchte ich mich einmal damit beschäftigen, wie man sich nebenberuflich selbstständig machen kann – und zwar so, dass man irgendwann auch davon leben kann.

Die nebenberufliche Selbständigkeit unterscheidet sich von der „normalen“ Selbstständigkeit eigentlich vorrangig in einem Punkt: man (frau) hat noch einen Hauptberuf. Meist ist man unterm Tag Angestellter bzw. Arbeiter – und nach Arbeitsende gehts dann auf selbständiger Basis weiter.

Doch was gibt es dabei zu beachten und welche Vorteile oder Nachteile hat das Ganze?

Vorteile der nebenberuflichen Selbständigkeit:

  • man hat ein zweites Einkommen
  • man kann testen, ob man wirklich selbständig arbeiten möchte und kann
  • die Nebenkosten sind geringer
  • man hat ein zweites Standbein

Nachteile einer nebenberuflichen Selbstständigkeit:

  • man kann nur ein paar Stunden pro Woche in die Selbständigkeit einbringen
  • die Freizeit und die Familie leidet
  • oft geht man mit zu geringen Preisen in den Markt (siehe: die Preisfindung – hier vergisst man häufig, dass man irgendwann eventuell das Arbeitseinkommen nicht mehr hat)

Was sollte man bei einem nebenberuflichen Gewerbe beachten?

Viele – gerade Frauen – machen sich nebenberuflich selbstständig mit dem Gedanken „Ein paar Euros dazuzuverdienen“ – genauso gehen sie dann auch an die Gründung heran.

Dabei sollten man – egal ob Freiberufler, Gewerbe oder anderer Unternehmer – immer so an die Selbständigkeit herangehen, wie man es bei einer vollen Selbständigkeit auch tun würde.

  • Immer damit rechnen, dass man die Selbständigkeit irgendwann auch Vollzeit ausführen könnte
    Dann geht man nämlich an die Preise und die Investitionen ganz anders ran.
  • Somit sollte auch hier ein Businessplan am Anfang stehen
  • Ebenfalls sollte man recherieren, ob sich die Selbständigkeit überhaupt rentieren kann

Auch wenn ich mich hier wiederhole – möchte ich nochmals darauf eingehen, dass frau sich nicht unter Wert verkaufen sollte.

Die Strategie….

Ich verlange am Anfang weniger – und wenns dann läuft, kann ich ja mehr verlangen ….

geht im Normalfall nicht auf.

Meist ist dann der aufgebaute Kundenstamm weg – da man dann zu teuer ist und frau fängt wieder an, sich Kunden zu suchen, die Ihre Leistungen auch vernünftig zu zahlen bereit sind. Deshalb gut recherieren – auch einmal ein paar Mitwettbewerber anrufen und ein Angebot einholen.

Hat man mehrere Zahlen zusammen, kann man daraus einen Durchschnitt bilden. Diesen Durchschnitt sollte man dann an die eigenen Fähigkeiten und das eigene Wissen anpassen. Jedoch bitte nicht versuchen die Billigste zu sein.

 

Schritt für Schritt in die Selbständigkeit:

  1. Analysiere den Markt:
    • gibt es genug Kunden?
    • welcher Preis ist möglich?
    • mit wieviel und welchen Wettbewerbern musst du rechnen?
  2. Rentiert sich die Selbständigkeit?
    • geh dabei von einer Vollzeit-Selbständigkeit aus!
    • berechne lieber ein paar Ausgaben mehr und ein bischen Einnahmen weniger, denn ich verspreche dir: es kommt immer noch etwas dazwischen
  3. Umsatzsteuer: ja oder nein?
    • welche Gründe würden denn gegen eine Umsatzsteuer sprechen und welche dafür?
    • ein wichtiger Grund dafür: man wird, gerade wenn man Unternehmen als Kunden möchte, mit Umsatzsteuer eher ernst genommen
  4. Was sagt dein Arbeitgeber dazu?
    • auch er hat (teilweise) ein Vetorecht, gerade wenn du dich im gleichen Bereich selbständig machen möchtest oder du zuviele Stunden(Nachtschichten) in der geplanten Selbständigkeit hättest
  5. Wie kommst du zu deinen Kunden?
    • welche Ideen hast du bereits jetzt, um an Kunden zu kommen? z.B.
      • Webseite
      • Inserate
      • Aushänge
    • suche nach weiteren Möglichkeiten, mach die Augen auf –
      es gibt viele Möglichkeiten, die man meist gar nicht bedenkt… wie wäre es z.B.

      • mit Facebook?
      • Foren?
      • Volkhochschulkurse anbieten?
      • einen  Stand auf dem Frühjahrsmarkt?
    • schau nach deiner Konkurenz
      • wo wirbt denn die so?
      • wie schaut deren Webseite aus ?
  6. Plane dein Auftreten als Unternehmerin
    • bestell dir eine extra Telefonnummer für dein Unternehmen
    • kauf dir einen Anrufbeantworter
    • oder beauftrage einen Telefonservice
    • lass dir Visitenkarten drucken
    • vergiss auch das Briefpapier bzw. das Rechnungsformular nicht
    • denk an eine ansprechende Webseite
    • überlege, was für ein profesionelles Auftreten noch wichtig ist
  7. Plane deine Arbeitszeit – Du brauchst Zeit für:
    • Neuakquise
    • Kundengespräche
    • Buchführung, Ablage, ect.
    • und natürlich für deine eigentliche Arbeit 🙂
  8. Such dir einen kompetenten Steuerberater
    Der ist sein Geld allemal wert – schau, dass du einen findest, der mehrere Selbständige als Auftraggeber hat.
  9. Zu guter Letzt: Melde dein Gewerbe an
    Ein Unternehmen meldet man bei der Gemeinde an – als Freiberufler meldet man sich beim Finanzamt.
  10. Erst jetzt! Auf ins Gefecht.
    Was man z.B. machen kann, schon einen Auftrag vorher annehmen – berechnen kann man es aber erst, wenn man angemeldet ist und eine Steuernummer hat (die muss nämlich auf jede Rechnung).

Wenn du diese Punkte alle beachtet hast – hast du ein gutes Rüstzeug, um in eine gutgelingende Selbständigkeit zu starten.

 

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