Bewerbung: Was tun nach einer Absage?

Leider passiert es immer wieder. Du findest in der Zeitung oder im Internet endlich den Traumjob. Natürlich steckst du nun viel Herzblut, Zeit und Nerven in die Bewerbung.

Thorben Wengert / pixelio.de

Thorben Wengert / pixelio.de


Und: Jackpot!

Du wirst zum Bewerbungsgespräch eingeladen – alles klappt super. Das Gespräche verläuft in einer guten Atmosphäse, du hast auf alle Fragen eine vernünftige und nachvollziehbare Antwort. Der Gegenüber gibt sich optimistisch …..

…. und ein paar Tage später liegt die Absage im Briefkasten.

Was ist da schiefgelaufen?

Zu allererste sollltest du überlegen, wann du die Absage erhalten hast:

  1. die Absage kam gleich kurz nach Zusenden der Bewerbung
    Hier solltest du dir die Unterlagen noch mal vornehmen. Auch die Stellenbeschreibung nochmals lesen – hattest du einen oder zwei der geforderten Merkmale etwa gar nicht? War der Einstellungstermin für dich nicht zu schaffen?
  2. die Absage kam längere Zeit nach Zusenden der Bewerbung
    Hier warst du (wahrscheinlich) schon mal in der weiteren Auswahl. Kamst jedoch nicht ins Vorstellungsgespräch. Warum? Schau dir deine Bewerbung nochmal genau an – stimmt in deinem Lebenslauf an einer Stelle etwas nicht? Ist das Bild etwas älter? Das Anschreiben zu allgemein gehalten? Fehlte dir eine (weniger wichtige) Eigenschaft?
  3. die Absage kam nach dem Bewerbungsgespräch
    Hier musst du dir das Bewerbungsgespräch nochmals ins Gedächtnis rufen. Gab es irgendwann einen kleinen „Hänger“? Hattest du auf eine Frage nur eine ungenaue Antwort? Wußtest du keine Gegenfragen?

Erst solltest du diese Punkte klären – und vorallem verbessern und dich dann weiterbewerben. Auch wenn du meinst, die Stelle hier wäre die einzig Richtige gewesen. Es werden andere kommen.

Auch solltest du dir immer wieder im Klaren sein:

So eine Bewerbungsabsage ist leider die normale Realität, denn auf eine Stelle bewerben sich viele Kanditaten, die die berufliche Qualifikation vorweisen könnten. Doch aus Gründen, die dir nicht mitgeteilt werden, hat sich der Herr oder die Dame, die die Bewerungsunterlagen für einen anderen Kanditaten entschieden.

Die Absage analysieren: meist Fehlanzeige

Leider sind solche Absagen heute alle recht gleich gehalten – dies liegt wohl zum einen am dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das regelt, dass niemand wegen seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Ausrichtung oder anderen Dingen ungerecht behandelt werden soll.

Zum Zweiten haben Firmen auf eine Stelle manchmal hunderte von Bewerber – wer soll sich da die Mühe machen, jedem eine persönliche Absage zu schreiben? Deshalb verwenden die Personaler häufig vorgefertigte Muster, die zwar jedem das Bedauern der Absage mitteilen, aber leider keinen Rückschluß darauf zulassen, warum sie dich nicht berücksichtigen konnten.

Ablehnungsgrund doch erfahren?

Falls du aber doch nachhaken möchtest, woran es gelegen hat, dann musst du das richtig machen.

Ein Nachhaken ohne vorheriges Bewerbungsgespräch hat meist kaum Erfolg – denn an wen sollte man sich da wenden? Wer im Unternehmen (gerade in größeren Firmen) sollte da eine Antwort haben? Auch sollte man sich vor Augen halten, dass – selbst wenn man den oder die Richtige gefunden hat – dieser gute Mensch einige Duzend bis zu über einhundert Bewerbungen vor sich liegen hatte – und somit genauso viele Absagen schreiben musste.

Hat man aber ein Bewerbungsgespräch geführt, kann man den Gegenüber nochmals anrufen. Dabei sollte man aber vermeiden danach zu fragen, warum man nicht genommen wurde. Den diese Aussage kann den Angerufenen in Schwierigkeiten bringen – da er nach dem Gleichstellungsgesetz dazu verpflichtet ist, alle gleich zu behandeln. Es jedoch in der Praxis oft an so „Kleinigkeiten“ liegt, wie z.B. das man doch lieber einen Mann eingestellt hat, weil man einem Mann eher die ein oder andere Fähigkeit zutraut oder dass der Chef einfach die Befürchtung hat, die junge Frau könnte demnächst schwanger werden.

So etwas kann er natürlich am Telefon schlecht zugeben.

Besser ist die Frage danach, was man das nächste Mal besser machen könnte. Nun kann der Chef Tipps und Ratschläge geben – ohne die Gefahr zu laufen, sich danach vor dem Gericht (siehe weiter oben: AGG) wiederzufinden.

Solltest du schriftlich nachhaken wollen, würde ich ein Schreiben aufsetzen, in dem ich dem Personaler für seine Mühe danken würde, auch kannst du dich für das nette Bewerbungsgespräch bedanken und ihn darum bitten, ob er dir die Gründe für die Absage mitteilen könnte.

Ein kleines Muster habe ich hier erstellt:

Sehr geehrter Herr  **,

mit bedauern habe ich Ihre Bewerungsabsage erhalten.

Gerne wollte ich mich noch einmal persönlich bei Ihnen für das mit mir geführte Gespräch und das Zurücksenden der Bewerungsunterlagen bedanken.

Wenn es Ihnen nicht allzuviel Mühe bereiten würde, würde mich interessieren, aus welchen Grund Sie sich für einen anderen Kandidaten entschieden haben.

Mit freundlichen Grüßen

Allerdings musst du dir klar sein, dass du wohl meist keine – oder eine ausweichende – Antwort erhälst.

Nach dem Bewerbungsgespräch ist vor dem Bewerbungsgespräch

Nach jeder Absage sinkt das Selbstwertgefühl etwas weiter gen Nullpunkt. Dies gilt es zu vermeiden. Dazu musst du dir klar machen, dass nicht du abgelehnt wurdest – sonst deine Fähigkeiten, dein Können und deinen Qualifikationen leider mit einem (!) Mitwettwerber nicht mithalten konnten.

Vielleicht solltest du dich an diesem Punkt dazu entscheiden, an deinen Fähigkeiten zu feilen – oder auch die Überlegung, ob du überhaupt gerade auf die „richtige“ Branche fokusiert bist, könnte helfen.

 

…. und dann hilft nur noch: Ärmel zurückkrempeln und die nächste Bewerbung loslassen. Irgendwo in diesem Land gibt es den einen Arbeitgeber, der nur auf dich wartet. Ist das nicht ein schöner Gedanke? Jetzt ist es an dir – finde ihn. 🙂

 

ps. Auch wenn der letzte Absatz „etwas“ übertrieben scheint, solltest du dir immer wieder klar machen: egal, wieviele Unternehmen dich (sorry, deine Fähigkeiten) nicht wollen – es gibt auch das Unternehmen, dass dich bestimmt gerne einstellt

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