Warum und wann ich mit dem Bloggen angefangen habe

2002 – das Jahr, in dem ich zum „Bloggen“ kam. Okay, damals hieß es noch nicht bloggen, und Blogs an sich gab es auch noch kaum. Aber mein erster Gedanke war glasklar: damit schnell Geld verdienen.

Also habe ich von Anfang an SEO gelernt – und der Suchmaschinenoptimierung bin ich bis heute treu geblieben. Das hat sich gelohnt: Einer meiner Blogs stand monatelang bei „Spielzeug“ auf Platz 1. Ein anderer brachte mir über Jahre knapp tausend Euro im Monat.

Alles vorbei. Die Zeiten haben sich geändert.

Interessant ist dabei: Ich habe zwar seit 2002 einen Gewerbeschein – aber erst in den letzten zwei oder drei Jahren wirklich verstanden, warum ich eigentlich blogge.

Dazu später mehr.

Dies ist mein eigener Beitrag zu meiner Blogparade „Warum und wann ich mit dem Bloggen angefangen habe“.
Du möchtest auch mitmachen?
Dann schau dort vorbei – noch bis 2. August 2026!

Mein Blogstart: Wann alles begann

Irgendwie begann mein Blogstart schon, bevor es überhaupt „Bloggen“ hieß. Lange vor WordPress und CMS habe ich meine ersten Seiten noch von Hand in HTML geschrieben – mit ein paar PHP-Befehlen hier und da. Die erste große Erleichterung war dann eine Software zur lokalen Installation, mit der ich meine nächsten Seiten online gebracht habe. Diese Software gibt es scheinbar nicht mehr. Es war immer noch kompliziert, nervig und zeitaufwändig – aber natürlich trotzdem viel besser, als alles selbst zu coden.

Ich glaube, meine allererste eigene Seite war mode-und-geschenkideen.de. Wie man schon an der URL sieht, habe ich dort Texte rund um Geschenkideen und Kindermode geschrieben. Daneben gab es einen osCommerce-Online-Shop.

Man, war ich stolz!

Sobald WordPress auf den deutschen Markt kam, bin ich sofort umgestiegen. Auch wenn alle sagten: „Das ist doch nur eine Blogsoftware“ – mir war klar: So einfach konnte ich noch nie die unterschiedlichsten Webseiten erstellen.

2005 oder 2006 hatte ich dann unzählige Blogs. Damals war Linktausch die Möglichkeit, bei Google in die Top 10 zu kommen – und zum Tauschen brauchte man mehrere Seiten. Außerdem brachten mir die verschiedenen Blogs durch Google AdSense relativ schnell ungefähr 1.000 Euro im Monat.

Ich schrieb einfach über alles, was Geld bringen könnte.

Die Themen, über die ich anfangs geschrieben habe

Kurz: Alles, was Geld bringen konnte.

Ich hatte einen Blog über Kinderkleidung, einen über Hausbau, einen über PC-Teile und eine Dating-Seite. Dazu gab es noch kleopas.de – damals ein Artikelverzeichnis, in das jedes Thema passte.

Ich tippte kurze, langweilige, mit Keywords gespickte Blogartikel. Hauptsache sie rankten. Hauptsache sie brachten Geld.

Ich war wie im Rausch. Es war so einfach.

Allerdings war es auch ziemlich öde. So „technische“ Blogartikel zu schreiben.

Einen aus dem Jahr 2014 – schon richtig gut für die damalige Zeit – habe ich sogar noch auf fibb.de gefunden:

Nicht mal ein Beitragsbild hat der Beitrag bekommen. Zwischenüberschriften? Werden überbewertet. Aber immerhin: Rechnungen, Fakten und Daten stecken schon drin. Das war 2002 noch nicht der Fall. Heute lache ich über diese Anfänge – so etwas würde ich schon lange nicht mehr veröffentlichen. Aber für 2014 war der Artikel schon die Crème de la Crème.

Und es ging noch heftiger: Für meinen Kinderblog hatte ich 2005 das hier geschrieben:

Die größten Veränderungen seit meinem Blogstart

Hier gibt es zwei größere Sichtweisen.

Google, das Suchverhalten und der Standard

Google hat regelmäßig Updates rausgebracht – und mit jedem wurde es anders. Nicht unbedingt schwerer, aber eben anders. Waren es heute noch Keywords, die unbedingt in genau dieser Reihenfolge zusammengeschrieben werden mussten, erkannte Google diese „Optimierung“ bald als Spam. Irgendwann verstand Google auch Synonyme. Es wurde leichter – aber auch schwerer – zu ranken. Die 08/15-Textgebilde aus ein paar hundert Wörtern waren out. Mehrwert war in.

Als ich wirklich dachte, jetzt kann sich nicht mehr viel verändern, kam die KI. Plötzlich gab es völlig andere Spielregeln – und vor allem waren alle Rankings, die man sich erarbeitet hatte, plötzlich nur noch halb so viel wert.

Ich

Bis etwa 2023 habe ich nur SEO-Texte geschrieben. Optimieren, optimieren, optimieren. Hauptsache der Text kam auf Seite 1. Doch diese Texte waren so austauschbar, so „nicht-Birgit“. Kein Funke von mir war darin. Es mussten Fakten, To-dos und Informationen rein – nichts Persönliches, keine Erfahrungen, keine eigene Meinung.

Das hat sich 2023 geändert. Nicht nur, dass ich das Thema meines Blogs endgültig über den Haufen geworfen habe – ich habe auch meinen Blick auf meine Blogartikel verändert. Ich wollte mich nicht mehr verstellen. Ich wollte endlich schreiben, was mich wirklich bewegt.

Was mir das Bloggen heute bedeutet

Bloggen ist neben meiner Familie, meinen Freunden und meinen Tieren wohl eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben. Ohne zu bloggen halte ich kaum länger als zwei Wochen aus. Klar, wenn ich krank bin oder im Urlaub – dann geht das mal. Da bin ich abgelenkt oder habe gerade andere Sorgen.

Aber so ganz ohne meinen Blog? Nee. Nicht wirklich. Nur unter Protest.

Wenn ich am PC sitze, laufen meine Gedanken einfach durch meine Finger. Ich kann meine Ideen sortieren, meine Freude mitteilen – und auch mal Problemchen oder Frust auf dem Blog abladen.

Was hat mir das Bloggen bisher gebracht – persönlich oder beruflich?

Klarheit.

Das ist wohl der wichtigste Punkt. Ohne meine Texte, ohne mein Tippen wäre ich heute noch lange nicht da, wo ich bin.

Ich bin gewachsen. Häufig über mich hinaus.

Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass ich NGOs als Kundinnen habe? Oder dass meine Insider-Tipps jede Woche von über 250 Bloggerinnen gelesen werden?

Ich habe so viele Ideen und so viele To-dos für mein Business – und der nächste größere Schritt steht schon in den Startlöchern.

Fotogalerie 2016 – 2026

Nicht nur mein Bloggen hat sich über die Jahre verändert, auch ich. Hier ein paar Fotos aus den letzten 10 Jahren.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der gerade mit dem Bloggen beginnen möchte?

Machen.

Einfach anfangen.

Du brauchst keinen großen Plan, keine Contentplanung, keine Zielgruppe, keine Angebote.

Fang an – nur du und dein Blog.

Blogge ein paar Wochen oder Monate nur für dich alleine. Du wirst sehen: So nach und nach entwickelt sich alles.

Kann sein, dass die ersten Blogartikel für die Tonne sind.

Aber was soll’s?

Ohne diese Blogartikel wärst du nie dahin gekommen, wo du dann stehst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert