
Heute kann ich mir eine Woche ohne Bloggen, ohne SEO und ohne meine Kunden kaum noch vorstellen. Im Urlaub ist das etwas anderes, da darf alles ruhen. Aber sobald ich wieder zu Hause bin, fehlt mir etwas, wenn ich nicht schreiben und optimieren kann.
Ich mag diese Arbeit wirklich gern. Mich fasziniert, wie viele Möglichkeiten es im Blogging und in der Suchmaschinenoptimierung gibt und wie unterschiedlich Wege zum Ziel sein können.
Mit der Zeit habe ich allerdings verstanden, dass es nicht das eine SEO gibt. Dieses rein technische, zahlengetriebene und hochanalytische SEO ist nicht mein Zugang.
Ich arbeite lieber mit dem, was ich „emotionales SEO“ nenne: Inhalte, die zu mir passen, zur Sprache meines Blogs und vor allem zu den Menschen, die ich erreichen möchte. SEO ist für mich kein starres System, sondern etwas, das sich anpassen darf.
Als ich angefangen habe, das wirklich so zu sehen, wurde vieles einfacher. Und vor allem: stimmiger.
Inhaltsverzeichnis
Google, SEO & ich: So fing alles an
Vor ziemlich genau 25 Jahren begann meine Reise ohne Plan, aber mit einer ordentlichen Portion Pragmatismus. 1999 kam mein erster Sohn Marcel zur Welt, 2001 folgte Kai. Zwei kleine Kinder, starre Kindergartenzeiten (8 bis 12 Uhr, wenn überhaupt zuverlässig) und ein Arbeitsmarkt, der mit diesem Modell wenig anfangen konnte. Ein klassischer Wiedereinstieg? Realistisch gesehen: kaum machbar. Es sei denn, Scotty hätte tatsächlich Zeit gehabt, mich täglich punktgenau hin und zurück zu beamen.
Also stand ich vor der Frage, die viele kennen: Was tun, wenn die klassischen Wege nicht funktionieren?
Parallel dazu passierte etwas Spannendes: Das Internet wurde alltagstauglich. Google war zwar erst 1998 gegründet worden, hatte aber schon Anfang der 2000er-Jahre begonnen, den Markt aufzumischen. Während andere noch auf Branchenbücher oder Zeitungsanzeigen setzten, wurde klar: Wer online sichtbar ist, hat einen echten Vorteil und das oft mit deutlich weniger Budget.
Genau in dieser Zeit entstand gemeinsam mit meiner Nachbarin und besten Freundin eine Idee: ein eigener Online-Shop für Kindersachen. Kein Businessplan aus dem Lehrbuch, kein großes Startkapital – dafür viel Motivation und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren.
Die Rollen waren schnell verteilt: Sie kümmerte sich um Lieferanten und Kunden (und war darin wirklich unschlagbar), ich übernahm das Thema „Werbung“. Und genau da kam ich zum ersten Mal bewusst mit Google in Berührung.
Nach kurzer Recherche wurde mir klar: Es gibt im Grunde zwei Wege, um bei Google sichtbar zu werden: bezahlen oder verstehen, wie die Suchmaschine funktioniert. Da unser Budget eher… sagen wir mal überschaubar war, fiel die Entscheidung leicht.
Ich begann, mich mit den Grundlagen zu beschäftigen: Wie sucht jemand nach unseren Produkten? Welche Begriffe geben Menschen ein? Und warum stehen manche Seiten ganz oben und andere verschwinden auf Seite 5, wo bekanntlich niemand mehr hinschaut?
Ohne es damals so zu nennen, war das mein Einstieg in die Welt der Suchmaschinenoptimierung. Kein Studium, keine Ausbildung sondern Learning by Doing, mit echtem Druck dahinter: Wenn wir nicht gefunden wurden, hatten wir keine Kunden.
Rückblickend würde ich sagen: Genau das war mein größter Vorteil.

Hunderte passende Keywords gefällig?
Wenn du selbst starten willst und von Anfang an mit den richtigen Keywords arbeiten möchtest, dann habe ich etwas für dich:
Meine Keywordrecherche.
Dort bekommst du nicht nur eine große Sammlung passender Keywords für deinen Blog, sondern auch meine Einschätzung dazu, welche davon wirklich sinnvoll sind und welche du besser direkt beiseite lässt.
So habe ich meine ersten Rankings erreicht
Mein erstes großes Ziel war… sagen wir es, wie es ist: maximal ambitioniert. Ich wollte mit dem Keyword „Spielzeug“ auf Platz 1 bei Google.
Heute weiß ich: Das war ungefähr so realistisch wie ein neuer Blog, der mal eben Amazon überholt. Damals wusste ich es nicht besser und genau das war vielleicht mein Glück.
Denn die Konkurrenz war schon damals enorm. Große Versandhäuser, bekannte Kataloge und erste große Online-Shops kämpften um genau dieses eine Keyword. Und ich mittendrin, mit unserem kleinen Shop für Baby- und Kindersachen.
Was mir fehlte, habe ich mit Hartnäckigkeit ausgeglichen.
Über fast zwei Jahre hinweg habe ich:
- hunderte Backlinks aufgebaut
Damals oft über Webkataloge und für Artikelverzeichnisse unzählige Texte geschrieben und veröffentlicht
(ja, die gab es wirklich in Massen und ja, das hat funktioniert. Heute: lieber lassen.) - Meine Texte waren nicht immer literarische Meisterwerke aber suchmaschinenfreundlich.
Sagen wir es so: Keywords kamen definitiv nicht zu kurz. (Heute würde man das deutlich eleganter lösen.) - An der internen Verlinkung gefeilt
Lange bevor ich wusste, dass das „interne Linkstruktur“ heißt habe ich einfach alles sinnvoll miteinander verknüpft.
(Spoiler: Das funktioniert heute immer noch.) - Keywords ziemlich… intensiv genutzt
Damals galt oft: viel hilft viel. Heute wissen wir: viel hilft vor allem beim Leser wegklicken. - jede Möglichkeit für Links mitgenommen
Footer-Links, Linktausch, Foren: Wenn irgendwo ein Link möglich war, wurde er genutzt.
(Heute ist weniger oft mehr – dafür deutlich hochwertiger.)
Social Media? Gab es praktisch nicht. Kein Facebook, kein Instagram, kein TikTok. Sichtbarkeit entstand fast ausschließlich über Suchmaschinen oder eben gar nicht.
Und dann war es so weit: Ich stand tatsächlich auf Platz 1.
Die Freude? Riesig.
Der Stolz? Unbezahlbar.
… und dann kam das Erwachen.
Denn mit dem Traffic kam nicht automatisch der Erfolg. Die Besucher kamen zwar auf unsere Seite aber sie blieben nicht. Sie klickten, schauten kurz… und waren wieder weg.
Heute ist mir völlig klar, warum:
Warum sollte jemand, der einfach nur „Spielzeug“ googelt, ausgerechnet bei einem Shop für Baby- und Kinderartikel kaufen?
Rückblickend wirkt diese Strategie ziemlich absurd. Zwei Jahre Arbeit für ein Keyword, das überhaupt nicht zu unserem Angebot gepasst hat.
Also: Alles umsonst?
Nicht ganz.
Denn ich hatte in diesen zwei Jahren etwas viel Wertvolleres aufgebaut als nur ein Ranking: ein solides Fundament.
Ich habe mich noch einmal hingesetzt und das gemacht, was ich von Anfang an hätte tun sollen: eine saubere Keywordrecherche. Ohne Tools, ohne Datenbanken (die gab es damals nämlich noch gar nicht) dafür mit gesundem Menschenverstand, Kundenperspektive und einer Menge Ausprobieren.
Dabei wurde schnell klar, für welche Begriffe wir wirklich sichtbar sein sollten:
- Babyspielzeug
- konkrete Marken, die wir im Shop hatten
- Babykleidung / Babybekleidung (ja, das waren damals tatsächlich unterschiedliche Suchwelten)
- Kinderkleidung / Kinderbekleidung
Und plötzlich passierte etwas Spannendes:
Die Rankings kamen fast von alleine.
Nicht, weil ich plötzlich alles besser gemacht habe sondern weil ich vorher schon so viel richtig gemacht hatte. Die Inhalte waren da, die Backlinks waren da, die Struktur war da.
Ich musste sie nur noch in die richtige Richtung lenken.
Das war der Moment, in dem ich verstanden habe:
SEO bedeutet nicht, für möglichst große Keywords sichtbar zu sein.
Sondern für die richtigen.

Kleopas: Mein Lieblingsprojekt
Unser Online-Shop existiert schon lange nicht mehr. Das hatte weniger damit zu tun, dass SEO plötzlich nicht mehr funktioniert hätte oder dass kein Umsatz da war. Vielmehr war irgendwann schlicht die Luft raus. Zwei Geschäftsführer sind eben einer zu viel, wie ich heute etwas nüchtern sagen würde.
Aber ganz ehrlich: Die „SEO-Sucht“ war damit nicht einfach vorbei.
Also habe ich mir neue Projekte aufgebaut und mich über verschiedene Blogs selbstständig gemacht. Eines davon ist Kleopas (ursprünglich ein schlichtes Artikelverzeichnis), das sich im Laufe der Zeit zu meinem persönlichen Spieleblog entwickelt hat.
Und genau dort habe ich einen entscheidenden Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholt:
Bevor ich überhaupt den ersten Artikel geschrieben habe, stand erst die Keywordrecherche. Erst dann kamen die Inhalte. Keine Bauchentscheidungen mehr, sondern klare Themen, die wirklich gesucht werden.
Was soll ich sagen? Es hat funktioniert.
Gestartet im September 2020 umfasst Kleopas heute „nur“ 49 Blogartikel. Kein riesiges Content-Monster, kein Redaktionsplan im Wochenrhythmus sondern ein bewusst kleines, gepflegtes Hobbyprojekt.
Und trotzdem haben diese 49 Artikel im Jahr 2025 über 210.000 Besucher über Google gebracht.
Ein Ergebnis, das mich selbst immer wieder überrascht. Gerade, weil es nicht aus Masse entstanden ist, sondern aus gezielter Auswahl.
Und wenn ich heute darauf schaue, dann denke ich mir manchmal:
Ich habe wohl – bewusst oder unbewusst – ein paar Dinge richtig gemacht. Nicht perfekt. Nicht lehrbuchmäßig. Aber wirksam.
So eine Art „SEO-Checkliste“, die ich damals sicher nicht so aufgeschrieben hätte.
(Und ja: alles kann, nichts muss.)
- Ich habe nicht für Keywords geschrieben, sondern für das, was dahinter steckt
- Ich habe Themen gewählt, die wirklich gesucht werden – nicht nur die, die gut klingen
- Ich habe Inhalte geschrieben, die Antworten liefern – nicht nur Text produzieren
- Ich habe meine Artikel miteinander verlinkt (ohne großes Konzept, aber mit Gefühl)
- Ich habe nicht versucht, alles abzudecken, sondern bewusst ausgewählt
- Ich habe meine eigene Sprache behalten – statt „SEO-Texte“ zu schreiben
- Ich habe Inhalte überarbeitet, statt sie einfach liegen zu lassen
- Ich habe auf einfache Struktur geachtet (Überschriften, Absätze, Lesbarkeit)
- Ich habe akzeptiert, dass es Zeit braucht
- Und ich habe einfach weitergemacht
Für 2026 sehe ich allerdings bereits eine Veränderung: Diese Zahlen werden wir so vermutlich nicht mehr erreichen. Nicht, weil die Rankings schlechter werden, sondern weil sich das Suchverhalten verändert. Immer mehr Menschen suchen nicht mehr nur klassisch über Google nach Lösungen, sondern lassen sich Antworten direkt von Systemen wie ChatGPT und ähnlichen Tools geben.
Das verändert den Traffic aber nicht zwangsläufig die Qualität der Inhalte.
Denn eines bleibt:
Die Artikel, die gut platziert sind, sind es weiterhin. Und genau deshalb ist Kleopas für mich bis heute ein Beispiel dafür, dass gute SEO nicht von der Menge lebt sondern von der richtigen Grundlage.

Fazit: Gute Keywords funktionieren – wenn sie wirklich Sinn machen
Natürlich kann man auch mit „großen“ und attraktiven Keywords ranken. Die entscheidende Frage ist jedoch nicht, ob ein Keyword stark ist – sondern ob es zu deinem Angebot passt.
In den letzten 20 Jahren hat sich vieles verändert – ich mich genauso wie das Internet. Webverzeichnisse und Artikelverzeichnisse, in denen man früher noch massenhaft Backlinks sammeln konnte, sind längst verschwunden. Und auch Zeiten von Texten, die nur aus Keyword-Wiederholungen bestanden, sind vorbei. Heute springen Leser innerhalb von Sekunden wieder ab, wenn der Inhalt nicht überzeugt.
Was geblieben ist: Google belohnt weiterhin Relevanz, Struktur und Inhalte, die echte Suchintentionen treffen.
Und genau hier liegt der Kern:
Mit den richtigen Keywords, Geduld und einer guten Portion „einfach mal machen“ ist weiterhin erstaunlich viel möglich. Auch heute noch lassen sich sehr gute Rankings erreichen – allerdings nicht mehr für alles, was theoretisch attraktiv klingt.
Eine wichtige Einschränkung hat sich dabei herauskristallisiert:
Je umkämpfter und lukrativer ein Bereich ist, desto stärker sind die Anforderungen – und desto eher braucht es zusätzlich Budget, Strategie und Durchhaltevermögen, um wirklich nach oben zu kommen.

Hunderte passende Keywords gefällig?
Wenn du selbst starten willst und von Anfang an mit den richtigen Keywords arbeiten möchtest, dann habe ich etwas für dich:
Meine Keywordrecherche.
Dort bekommst du nicht nur eine große Sammlung passender Keywords für deinen Blog, sondern auch meine Einschätzung dazu, welche davon wirklich sinnvoll sind und welche du besser direkt beiseite lässt.




