Gute Bewerbungsschreiben formulieren – die Einleitung

Einleitungssätze für die Bewerbung zu formulieren, ist nicht so einfach, wie es scheint. Um bessere Anschreiben hinzubekommen, musst du dich von deinen Mitbewerbern absetzen.

I-vista / pixelio.de

I-vista / pixelio.de

Das Bewerbungsanschreiben

Das Anschreiben soll neugierig machen – den Leser vom Stuhl reißen – naja, zumindest nicht einschläfern. Es gibt dabei kaum etwas langweiligeres wie: „Hiermit bewerbe ich mich…“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen….“ *gähn* – wenn du den Entscheider langweilen willst, bist du mit diesen Sätzen richtig. Wenn du möchtest, dass er deine Bewerbung nach den ersten zwei Sätzen auf den Stapel „Nein, danke“ legt, hast du alles richtig gemacht.

Aber möchtest du diesen Job wirklich haben – sollte dein Bewerbungsschreiben anders ausschauen.

Welche Formulierungen für die Bewerbung sind Schrott?

Lass die Finger von solchen Floskeln, die nur eins klarstellen: Du bist langweilig, nicht interessiert und mittelmäßig:

  • Hiermit bewerbe ich mich….
    Auf die Idee dass du dich bewerben willst wäre der gute Mensch ja sonst nie gekommen, oder?
  • Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen….
    Echt? Klar, wenn du einen Job suchst, solltest du das logischerweise tun…
  • Ihre Stellenanzeige vom ….. im ….. hat mich sehr angesprochen…..
    Wie? Die konnte sprechen? Sorry, total uninteressant, wo du die Stellenanzeige her hast.

Das weiß der gute Mensch, der deine Bewerbung bald in den Händen hält, doch schon alles – und liest es wahrscheinlich gerade das zwanzigste Mal. Meinst du wirklich, dass gibt Pluspunkte?

Nein, also dann auf – wie machst du es besser?

Gute Einleitungssätze

Naja, gute Einleitungen zum Bewerbungsschreiben sind leider nicht so leicht zu finden, wie die schlechten. Das hat aber auch den Vorteil, wenn du es richtig machst, stichst du aus der Masse ab. Ein guter Einleitungssatz spannt den Bogen von der im  Stellenangebot angebotenen Tätigkeit zu deinen Qualifikationen.

Die ersten gut formulierten Sätze müssen den Personaler einfach aufwecken – er liest jetzt schon das zwanzigste Bewerbungsanschreiben: Wo das Stellenangebot doch stand und das der Bewerber sich bewirbt *welch Wunder* – und nun kommst du:

Sehr geehrter Herr ….. ,

an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit “Hiermit bewerbe ich mich…” anfangen.

Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei.

Meine Mama sagt immer: “Kind, geh schaffe und bring Kohle bei..!”  Aber Sie wissen ja bestimmt wie Mamas so sind, Sie haben sicher auch eine. Na ja, man muss sie verstehen, Mama will schließlich nur das Beste für mich. …

(diese Bewerbung hat wirklich eine junge Dame losgeschickt, die sich um einen Ausbildungsplatz beworben hat – also nicht einfach so kopieren, das Schreiben ist im Internet und bei Personalern bekannt)

Egal wie du deine Bewerbung anfängst, eine gute Bewerbung braucht eine gute Einleitung. Also gib dir Mühe.

Wie wäre es mit dem Einleitungssatz?

Sehr geehrter Herr…..,

… Ihre  Mitarbeiterin Frau Schmidt hat mir von Ihren erstklassigen Produkten berichtet. Aus diesem Grund und weil ich auf der Suche nach einer neuen beruflichen – sowohl fachlich als auch persönlich – Herausforderung bin, bewerbe ich mich bei Ihnen.

Das geht natürlich nur, wenn du Frau Schmidt kennst – und zumindest halbwegs hinter den Produkten stehst. Falls du keine Frau Schmidt kennst …. einfach abwandeln:

…  Ihre erstklassigen Produkte sind mir schon lange aus Funk und Fernsehen bekannt. Aus diesem Grund und weil ich auf der Suche nach einer neuen beruflichen – sowohl fachlich als auch persönlich – Herausforderung bin, bewerbe ich mich bei Ihnen.

Naja, jedenfalls, wenn das Unternehmen dort Werbung schaltet – man kann aber auch aus der Presse oder dem Internet schreiben – ganz wichtig, wie immer: diese Einleitung sind nur Beispiele für eine Bewerbung – nicht einfach so kopieren. Sondern als Anregung verstehen.

… von bei Ihnen arbeitenden Bekannten habe ich erfahren, dass Sie Ihre Produktion ausweiten und international expandieren wollen. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, mich bei Ihnen als Abteilungsleiter Produktion zu bewerben…..

Der Bewerber hier ist wieder etwas frecher – aber wie so oft im Leben  – gilt auch beim Einleitungssatz: Frechheit siegt.

…..ich würde Ihr hervorragendes Team nur allzu gerne verstärken und noch ein bisschen hervorragender machen. Dazu biete ich Ihnen einen ebenso zuverlässigen, belastbaren und aufgeschlossenen neuen Kollegen an: mich. Lange Arbeitstage scheue ich nicht, bei Streß blühe ich richtig auf…

Du siehst, was alle diese Beispiele auszeichnet?

Genau – sie setzen sich von der Masse, alla „hiermit bewerbe ich mich“ ab.  Dieser Bewerber ist sich der Aufmerksamkeit des Lesers sicher. Such dir raus, was zu dir passt – denke aber immer daran, du willst gerade etwas verkaufen – und wer verkaufen will, darf ruhig etwas dicker auftragen. Natürlich müssen alle diese Versprechungen, die du da gerade machst, auch stimmen.

Wenn du schreibst: Lange Arbeitstage scheuen mich nicht – und bei Streß blühe ich auf …. solltest du nicht schon fünf Minuten vor Feierabend zusammenpacken und bei Streß heulend zusammenbrechen. 😉

Schau also, dass du den Personaler vom Stuhl reißt – aber bitte mit Tatsachen und nicht mit Versprechungen, die du dann nicht halten kannst…. somit musst du deine Qualifikationen auch in deinen Bewerbungsunterlagen – dem Lebenslauf und deinen  Zeugnissen –  beweisen können.

Hier noch ein Beispiel für eine nette Einleitung nach dem Studium:

……hier schreibt Ihnen ein dynamischer, motivierter Hochschulabsolvent, der im technischen Außendienst mit Verhandlungs- und Verkaufsgeschick Ihren Kundenstamm sowohl rundum betreuen, als auch ausbauen kann……

Diese Einleitung ist gerade für Berufseinsteiger eine gute Idee – muss natürlich dann noch an den angestrebten Beruf angepasst werden.

…. Innovativ, zielstrebig und verantwortungsbewusst: Wenn Sie einen Mitarbeiter suchen, der genau diese Eigenschaften mitbringt, sind Sie nun fündig geworden……

Du siehst also – es gibt viele Möglichkeiten eine Bewerbung interessant und gewinnbringend einzuleiten. Dazu reicht es schon häufig die Stellenanzeige aufmerksam zu lesen. Eine langweilige Einleitung bringt weder dir noch dem Personaler etwas – es zeugt nur von deiner Mittelmäßigkeit. Und wer will schon mittelmäßige Mitarbeiter?

Der erste Satz soll neugierig machen – Interesse wecken – ob man das mit einem gelungenen Witz schafft oder mit genug Selbstbewußtsein, ist jedem selbst überlassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.