Wie schreibe ich einen Lebenslauf richtig?

Heute bewerben sich manchmal hunderte Mitstreiter auf eine offene Stelle – da reicht es schon lange nicht mehr, eine „normale“ Bewerbung mit einen gut formatierten Lebenslauf (auch wenn du dabei an alles gedacht hast: Datum und Unterschrift nicht vergessen?) loszuschicken.

Heute habe ich deshalb hier eine Gastautorin – Britta Kiwit – die uns einmal als Fachfrau für Lebenslauf, Bewerbungen & Co. beschreibt, wie du aus dieser Masse herausstichst:

I-vista / pixelio.de

I-vista / pixelio.de

Bei den sich ständig ändernden Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen, verliert man schnell den Überblick. Wie ausführlich beschreibe ich meine einzelnen Stationen? Wie wichtig ist das Bewerbungsfoto? Und was ist eigentlich dieses neue Kurzprofil? Eine Auflistung über hilfreiche Tipps für die perfekten Bewerbungsunterlagen.

  1. Der generelle Aufbau: welcher Norm entspricht das Dokument?
     
    Der berufliche und akademische Werdegang des Bewerbers kann noch so herausragend und exzellent sein: Solange nicht auch die strukturierte Aufbereitung dieser Inhalte stimmt, kann man schnell in der Masse der anderen Bewerber untergehen. Ein paar Tipps für den Grundaufbau:

    • der Lebenslauf umfasst 1-2 Seiten, maximale Obergrenze sind 3
    • die Schriftgröße liegt je nach Schriftart zwischen 9-12; serifenfreie Schriften eignen sich besonders gut, zum Beispiel Arial, Times New Roman oder Open Sans.
    • Die Schriftart und -größe im Lebenslauf wird auch im Anschreiben benutzt.
    • zwischen den einzelnen Stationen wird eine leere Zeile gelassen für die Lesbarkeit
    • Auch wenn der Lebenslauf etwas freier gestaltet werden darf, entsprechen die Seitenränder laut aktueller DIN 5008 Norm:
      • Oben und Unten: 16,9 mm
      • Links: 24,1 mm
      • Rechts: 8,1 mm
    • die Verwendung eines Bewerbungsfotos, welches entweder separat auf ein Deckblatt oder in den Lebenslauf oben integriert wird, hat sich in Deutschland als Standard durchgesetzt; das Foto kann gerne farbig oder schwarz-weiß sein
       
  2. Die klassische Gliederung: In welcher Reihenfolge kategorisiere ich die Informationen?
     
    Ein absolut empfehlenswerter Aufbau ist folgender:

    • Persönliche Daten
    • Berufliche Laufbahn
    • Akademischer Werdegang / Ausbildung
    • Fähigkeiten / Kenntnisse
    • Besonderes Engagement / Auszeichnungen
       

Je nachdem, wie viel Berufserfahrung der Bewerber hat oder gegebenenfalls gerade erst sein Studium abgeschlossen hat, kann natürlich auch mit dem akademischen Werdegang begonnen werden. Für den Personaler ist auf den ersten Blick am wichtigsten: „Was machen Sie zurzeit?“

Bei den Kenntnissen werden zum Beispiel die Sprach- und EDV (Elektronische Datenverarbeitung) –Kenntnisse aufgelistet. Hierbei ist wichtig, dass die Bewerber die Fähigkeiten nicht nur auflisten, sondern auch gleich bewerten. Auch der Führerschein oder Weiterbildungen finden hier Platz.
 

Beispiel:
Sprachkenntnisse: Deutsch – Muttersprache, Englisch – fließend in Wort und Schrift, Spanisch – erweiterte Grundkenntnisse

 

Am Ende des Lebenslaufes bleibt zu guter Letzt noch die Möglichkeit, auf außerordentliches Engagement einzugehen. Hierzu zählen zum Beispiel ehrenamtliche Tätigkeiten (samstäglicher Nachhilfeunterricht für schwer erziehbare Kinder), schulische Leistungen (z.B. Schulsprecher) oder auch Auszeichnungen (Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 😉 )

Ein gutes Muster für einen gut gestalteten Lebenslauf:


 

Der richtige Inhalt: was ist erlaubt?

Nachdem der richtige Aufbau erfolgreich als Gerüst dient, geht es nun um die inhaltliche Ausgestaltung.

Tip: Beim Lebenslauf schreiben gilt: weniger ist mehr. Der Lebenslauf soll einen Überblick über den bisherigen Werdegang geben und nicht unnötig von den wichtigsten Kernelementen ablenken.

Um die Informationen bestmöglich aufzubereiten, empfiehlt sich pro Station im Lebenslauf die Zeitspanne (inkl. Monatsangabe!), den Berufstitel und das Unternehmen anzugeben. Bei besonders wichtigen Stationen sind auch gerne 1-2 Spiegelstriche mit weiteren Informationen zu der Stelle gesehen:
 
Beispiel:
04/2012 – 06/2014: Marketing Manager bei der Mustermann GmbH
 – strategische Konzeption der Quartals-Marketingpläne
 – inklusive Budgetverantwortung und Mitarbeiterführung

Tip: Darüber hinaus kann es bei Bewerbern, die viele unterschiedliche Bereiche durchlaufen haben, sehr hilfreich sein, oben im Lebenslauf ein Kurzprofil zu integrieren. Im Kurzprofil wird kurz zusammengefasst, welche Qualifikationen der Bewerber bisher erworben hat. Dabei kann „Internationale Führungskraft mit Schwerpunkt Logistikmanagement“ genauso aufgeführt werden wie „mehrjährige Erfahrung als Bilanzbuchhalter“ oder „exzellente Englischkenntnisse“.

Wer sich an die oben aufgelisteten Punkte zum Aufbau und Inhalt hält, ist der Einladung zum Bewerbungsgespräch schonmal einen Schritt näher. Wenn der Ersteindruck stimmt und weder Rechtschreib- noch Formatierungsfehler gefunden werden und der Lebenslauf dann auch noch durch eine übersichtliche Struktur überzeugt, sind die meisten Personaler viel gewillter, sich intensiv mit dem Inhalt des Lebenslaufes auseinander zu setzen.
 

Britta Kiwit

Über den Autor:

Britta Kiwit ist Mitgründerin von dem Bewerbungsservice Dein-Lebenslauf.com. Das junge Unternehmen ermöglicht Bewerbern die einfache Erstellung professioneller Bewerbungsunterlagen.

Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Individualität, die passgenau den Bewerber widerspiegelt, sondern auch auf der grafischen Gestaltung der Dokumente.

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