MVP: So wird das Minimum Viable Produkt erstellt!

MVP: Bedeutung & Beispiele

MVP bedeutet ausgeschrieben „Minimum Viable Product“, es steht für ein minimal brauchbares Produkt. Dieses hat zwar noch keine Marktreife erlangt, aber es erfüllt bereits die wichtigsten Funktionen. So kann man es den ersten Kunden vorstellen. Deshalb steht das Wort „viable“ auch für „praktikabel“, „realisierbar“ oder „lebensfähig“. Mehr muss das MVP noch nicht sein.

Inhalt

  1. Das Minimum Viable Product: Definition & Ursprung
  2. Vorteile des Minimum Viable Product
  3. Nachteile des MVP: Die Probleme bei der Durchführung
  4. Was bringt das MVP?
  5. Video: Das Minimum Viable Product
  6. MVP: Nicht nur für StartUps!
  7. Wer profitiert vom Minimum Vaible Prodoct (MVP)?
  8. MVP: Ein dynamischer Vorgang
  9. Was man man bei einem MVP beachten?
  10. 5 Irrtümer über MVP auf den Zahn gefühlt
  11. Video: Drei Beispiele, die wirklich berühmt geworden sind
  12. Fazit: Vorteile des MVPs überwiegen

1. Das Minimum Viable Product: Definition & Ursprung

Als ein Minimum viable Product wird somit ein Produkt bezeichnet, dass  sehr wenige – manchmal sogar nur eine Funktion – besitzt. Durch die Weitergabe dieses Produkts wollen die Entwickler lernen, welche Bedürfnisse Kunden haben und wie sie diese Bedürfnisse mit diesem Produkt befriedigt werden können. Ebenso soll geprüft werden, welche Funktionen ebenfalls erwünscht sind und wie der Markt reagieren könnte. (Quelle)

Das MVP ist ein fertiges Produkt. Die (Test-)Kunden sollen also ein funktinionierendes und interessantes Produkt erhalten.

Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Silicon Valley. Dort arbeiten viele StartUps mit dieser Methode, denn sie verspricht einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den größeren, eingesessenen Unternehmen. Durch MVP können Innovationen meist frühzeitig umgesetzt werden , somit können die StartUps auf geänderte Anforderungen schnell reagieren.

2. Vorteile des Minimum Viable Product: Warum MVP?

Das MVP besitzt einige Vorteile, die zusammengenommen einen Wettbewerbsvorteil ausmachen. Gerade für kleinere, agilere Unternehmen und StartUps ist MVP eine hervorragende Möglichkeit, sich am Markt zu behaupten:

Die Vorteile des MVP im Detail:

  • Test ob überhaupt Nachfrage vorhanden ist
    Gerade absolute Neuentwicklungen bergen die Gefahr, komplett am Markt vorbei entwickelt zu werden. Was hilft das tollste Produkt, wenn es nachher kein Kunde gebrauchen kann? Deshalb kann mit MVP überprüft werden, ob der Markt beziehungsweise die Kunden diese Produkt überhaupt annehmen.
  • MVP ist günstiger
    Ein Minimum Viable Product ist viel günstiger als ein fertig entwickeltes Produkt, dass alle Prozesse durchlaufen hat. Ein MVP ist reduziert auf eine Eigenschaft. Somit reduziert sich das Risiko enorm. Sollte das Produkt beim Kunden nicht gut ankommen, verliert das Unternehmen nur einen Teil der Investionskosten, die für ein fertig entwickeltes Produkt entstanden wäre.
  • ein MVP hat meist nur eine Eigenschaft
    So kann genau getestet werden, ob diese Eigenschaft bei der Kundschaft ankommt. Meist interessieren sich sogenannte Early Adopter für das MVP. Diese gehören zu der Gruppe Menschen, die gerne neu Ideen und Innovationen übernehmen.
  • früher Kundenkontakt
    Durch diesen frühen Kundenkontakt mit den Early Adopters können die Produktentwickler zügig feststellen, welche Eigenschaften und Features bei den Kunden erwünscht sind. So können die Entwickler ableiten, in welche Richtung das Produkt weiterentwickelt werden soll.
  • Finetuning durch weitere Feedbackschleifen
    Durch weitere Entwicklungs- oder Feedbackschleifen entwickelt sich das Produkt immer weiter. Jede Erkenntnis wird in das MVP implementiert, danach erhalten dieselben Kunden das neue Produkt. So können sich mehrere Feedback- und Testschleifen aneinanderreihen.

3. Nachteile des MVP: Die Probleme bei der Durchführung

Neben den vielen Vorteilen hat auch das Minimum Viable Product mögliche Nachteile. Diese sollte man auf alle Fälle vorab kennen und nötigenfalls gegenwirken.

Mögliche Nachteile:

  • Testen in Dauerschleife
    Ein MVP hat zum Ziel, ein marktreifes Produkt zu entwickeln. Dafür sind meist eine Testschleifen notwendig. Doch nach wievielen Testschleifen ist das Produkt ausgereift? Vielleicht kann die ein oder andere Testschleife noch bessere Ergebnisse zeigen? Eventuell waren die Tests auch nicht so, wie erwünscht – und man möchte lieber noch ein oder zwei Tests machen, um sicher zu gehen, dass das „durchgefallene“ Produkt nicht doch interessiert.
  • Minimum Interesse wird falsch ausgelegt
    Vor der Testreihe wird meist eine Erwartung festgelegt. Das Produkt sollte sich X mal verkaufen lassen, es sollten sich X Käufergruppen dafür finden, ect. Nun wird diese Erwartung auf die Testgruppe heruntergebrochen. Doch was tun, wenn diese Minimalzahlen nicht erreicht werden? Häufig wird dann argumentiert, dass das Produkt, sobald es verbessert wird, mehr Käufer findet. Dies ist meist aber nicht so. Ein verbessertes Produkt, dass nur eine kleine Käufergruppe anspricht, wird auch nicht zwangsläufig mehr Käufer finden.

4. Was bringt das MVP?

Gerade durch die mehrmalingen Feedbackschleifen kommt beim Einsatz des Minimum Viable Poducts einige Erkenntnisse an den Tag, den man sonst son nicht gewinnen konnte.

Das MVP bringt vorallem einen Einblick in den Markt:

  • Ist die Idee wirklich gut?
  • Kann das Konzept funktionieren?
  • Wird das Produkt überhaupt gebraucht?
  • Welche Eigenschaften sind sinnvoll?
  • Wieviel Eigenschaften braucht das Produkt?
  • Was will der Kunde genau?

Diesen Einblick in den Markt würde man ansonsten nur mit einem vollentwickelten Produkt bekommen. So hat das MVP diese Vorteile:

  • reduzierte Kosten
    • dadurch geringeres Verlustrisiko
  • frühzeitiges Kundenfeedback
    • dadurch frühzeitige Änderungen möglich
  • wiederholtes Kundenfeedback
    • dadurch Finetunig möglich
  • sichere Erkenntnis
    • ob das Produkt überhaupt ankommt
    • ob überhaupt Nachfrage besteht

5. Video: Das Minimum Viable Product

6. Nicht nur für StartUps!

Auch Großunternehmen können MVP! Gerade wenn sich Unternehmen auf neue Gebiete wagen, ist diese Vorgehensweise die Idee.

Beispielsweise die digitale Transformation:

  • keine Sicherheiten, wie und was funktionert
  • Fehlschläge sind vorprogrammiert
  • Leaning by doing angesagt

Deshalb können auch hier Großunternehmen profitieren. Die Verluste sind geringer, wenn ein Versuch schiefgeht – und falls etwas gut funktioniert können die Abläufe schnell ins laufende Geschäft übernommen werden.

Beispiele:

  • Was hindert große Unternehmen daran, einen Online Shop oder einen Corporate Blog  zuerst „Open Source“ zu starten. Falls er angenommen wird, kann man ihn immer noch auf lizenzierte Software umsteigen. Wenn der Online Shop aber keine Umsätze abwirft, ist nicht viel Geld verloren.
  • Virtuelle Konferenzen waren vor Corona noch sehr wenig verbreitet. Doch warum damit nicht Geld und Zeit sparen?
  • Werbung auf Youtube und Facebook müssen nicht unendlich viel Geld kosten. Auch Großunternehmen finden (kleinere) Kanäle, mit denen sich eine Zusammenarbeit anbietet.

7. Wer profitiert vom Minimum Vaible Prodoct?

Auch wenn Großunternehmen in manchen Bereichen von der MVP-Methode profitieren können. Es sind doch meist StartUps oder kleinere Unternehmen, denen MVP einen klaren Wettbewerbsvorteil bietet. Meist ist bei kleinen Unternehmen der Budgetplan sehr eng gesetzt und somit die Zeit knapp. Deshalb liefert MVP diesen Unternehmen einen entscheidenten Vorteil: Die Chance, ein neues Produkt schnell und kostengünstig entwickeln zu können.

Diese drei Schritte

entwickeln – messen – lernen

werden solange wiederholt, bis ein marktreifes Produkt entstanden ist.

Dies kann manchmal in Rekordzeit geschehen. Idealerweise entsteht ein Minimum Viable Produkt innerhalb weniger Wochen.

8. MVP: Ein dynamischer Vorgang

Um ein MVP zu entwickeln, braucht es eine Idee oder eine Vermutung. Diese Vermutung muss nun bestätigt oder wideerlegt werden. Aus dieser Idee entwickelt das Unternehmen eine Frage. Diese stellst du an die Early Adopter. Mit der Antwort auf diese Frage beginnt das Unternehmen, das MVP zu entwickeln. Dieses wird den Early Adopters zur Verfügung gestellt und gestestet. Nach dem Test wird das MVP verbessert, sodass ein weiterer Test stattfinden kann. Dies geschieh solange, bis das Ergebnis feststeht. Dieses Ergebnis kann ein fertiges Produkt sein oder eben auch die Feststellung, dass das MVP keine Marktchance hat.

9. Was man man bei einem MVP beachten?

Gerade wer sonst immer mit Sorgfalt jeden Schritt plant, hat mit MVP erst einmal seine Problemchen. Denn ein Minimum Viable Product sollte nach folgenden Konzept entstehen:

  • Geschwindigkeit hat Vorrang
    Das Produkt soll schnell entstehen. Es geht nicht um das „perfekte Produkt“.
  • ein Feature
    Es geht nicht darum, ein Produkt mit zig Varianten und Merkmalen zu erschaffen.
  • Schritt für Schritt
    Bitte nicht fünf Schritte im voraus planen!
  • konkreter Mehrwert
    Keine zig Merkmale oder Vorzüge implementieren. Einen konkreten Mehrwert braucht das Produkt!
  • Kosten einsparen
    Selbstverständlich soll das Produkt Umsatz generieren, allerdings soll es auch Kosten einsparen.

10. 5 Irrtümer über MVP auf den Zahn gefühlt

Die Vorteile des Verfahrens überzeugen. Trotzdem halten sich immer noch einige Irrtümer hartnäckig. Die fünf hartnäckigsten Irrtümer über MVP fühen wir hier auf den Zahn.

Das MVP wird meinen Anforderungen nicht gerecht

Du hast eine Idee und bist dir tausendprozintig sicher, dass sie funktionieren wird? Das waren andere Gründer vor dir auch! Was den erfolgreichen Gründer von dem Rest abhebt? Er testet zuerst – möglichst mit wenig Kosten und Zeitaufwand – ob seine Idee auch seine Kunden begeistert. Nichts anderes macht MVP.

Schnell kannst du merken, welche Merkmale deiner Produkts (deiner Dienstleistung) von den Kunden bevorzugt wird und welche Details sie sich noch zusätzlich wünschen.

Ein MVP vergrault meine Kunden

Das kann passieren. Ein Produkt, dass nur ein Feature besitzt, kann einige Käufer abschrecken. Damit dies nicht passiert, solltest du dich beim Testen auf die Early Adopters konzentrieren. Diese geben dir wertvolle Hinweise, wie du dein Produkt verbessern kannst.

Das Produkt braucht keine Tests

Dein Produkt ist so genial, dass sie jeder braucht? Du hast die Geschäftsidee, die gar nicht schiefgehen kann? Diesen Irrglauben haben leider viele Gründer. Sobald du dein Produkt als MVP testest, wirst du merken, welche Zielgruppe du ansprechen musst. Ebenfalls wirst du bald die passende Nische für dich und dein Produkt finden.

Alldies schaffst du auch ohne MVP – allerdings kostet es um einiges mehr und dauert viel länger. Willst du das Risiko wirklich eingehen?

Das MVP-Verfahren kostet zuviel Zeit und Geld

Stimmt ein MVP-Verfahren kostet Zeit und Geld. Aber ein Produkt oder eine Dienstleistung zu entwickeln ohne vorher sicher zu wissen, ob dieses auch wirklich Abnehmer findet, wird viel teurer.

Ein MVP produziert nur Nachahmer

Diese Angst teilst du mit vielen Gründern. Durch ein MVP könnten deine Konkurenten sehen, woran du gerade arbeitest und das dann abkupfern. Vielleicht wird die Version des Konkurrenten sogar schneller fertig oder besser? Was dann?

Wirklich? Glaubst du wirklich, du hast DIE Idee, die vor dir noch keiner auf der weiten Welt hatte? Ehrlich? Sehr unwahrscheinlich! Wahrscheinlicher ist, dass schon einige vor dir genau diese Idee hatten und sie einfach nicht umgesetzt haben. Das mag die unterschiedlichsten Gründe haben. Wer weiß!

Doch willst du die Gefahr wirklich eingehen und deine Idee ohne Netz und ohne doppelten Boden umsetzen mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass diese Menschen etwas wußten, dass dir noch nicht aufgefallen ist?

Mit einem MVP kannst du vorab testen und danach entscheiden, ob deine Idee wirklich so einzigartig ist – und doch funktioniert. Wenn dein MVP funktioniert, bist du sowieso der Erste am Markt und wenn nicht, hast du nur einen geringen Teil deiner Ressourcen für den Versuch eingesetzt.

11. Video: Drei Beispiele, die wirklich berühmt geworden sind

12. Fazit: Vorteile des MVPs überwiegen

Der größte Vorteil des Minimum viable Products liegt in der Geschwindigkeit. Es werden ständig Ergebnisse produziert, diese werden getestet und optimiert.Gerade beim ersten MVP-Projekt tut man sich wahrscheinlich schwer damit, sich auf ein Feature zu konzentrieren und nicht ins Dauertesting abzugleiten. Hat man diesen Bogen aber einmal geschafft, kann ein Team mithilfe des MVPs schnell lösungsorientiere Produkte kreiieren.

 

Über Birgit Lorz

Birgit Lorz (geboren 1969), Mutter von 4 Kindern, ist seit 2001 als Online Marketing Manager im WWW unterwegs. Durch Ihren Werdegang liegen ihr gerade Themen rund um Seo, Selbstständigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Herzen.

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