
Über zwanzig Jahre. Ich sage das jetzt noch mal laut: über zwanzig Jahre blogge ich schon.
Und weißt du, was mir in all dieser Zeit das Bloggen eingebracht hat? Geld? Okay ja, ein bisschen – zum Leben reicht es bis heute nicht. Auch wenn das am Anfang mein Hauptantrieb war, muss ich zugeben: Ein netter Nebenverdienst. Ja. Mehr (leider) nicht.
Aber das ist heute auch gar nicht mehr so wichtig.
Denn geblieben ist etwas ganz anderes. Ein Lebensgefühl.
Dieses unwiderstehliche Bedürfnis, der Welt zu erzählen, was man erlebt. Was man gelernt hat. Wo man weiterkommt. Anderen zu helfen. Möglichst viel Gutes zu tun – und das relativ einfach, von zu Hause aus, mit einem Laptop und einer Idee.
Genau das wollte ich wissen: Warum habt ihr angefangen?
Also hab ich eine Blogparade gestartet – Thema: „Warum und wann ich mit dem Bloggen angefangen habe“ – und ich war gespannt, was zurückkommt.
Ganz ehrlich?
Ich hab nicht erwartet, so tief berührt zu werden.
Die einen fingen für SEO an. Die anderen wegen einer Krise. Manche weil eine Freundin es empfohlen hat, andere weil sie einfach… schreiben wollten. Weil da Gedanken waren, die irgendwo hinmussten.
Und doch haben wir alle eins gemeinsam: Wir bloggen noch.
Nicht weil wir müssen. Sondern weil es uns wichtig ist.
Hier kommen ihre Geschichten.
Inhaltsverzeichnis
Stella (Esther Sofeit)
Mein Weg zur Vollblut-Bloggerin
Stella startete 2023 eher zufällig mit dem Bloggen und fand durch die Community von Judith Peters echte Motivation. In nur sechs Monaten schrieb sie 51 Artikel – und wurde dabei zu einer leidenschaftlichen Bloggerin. Das Schreiben gab ihr nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch ihr Selbstvertrauen zurück.
„Das Bloggen hat mir mein Selbstvertrauen zurück gegeben.“
Claudia Mecklenburg
Mein Weg zum Bloggen – wie aus einer Krise meine Berufung wurde
Claudia startete 2020 mit einem Blog über Webdesign, doch eine psychische Krise 2024 brachte sie zu einem ganz persönlichen Blog über mentale Gesundheit. Heute arbeitet sie als Peer-Mentorin und begleitet andere Menschen durch ähnliche Erfahrungen. Ihr Blog ist für sie Ausdruck davon, dass die schwersten Zeiten oft den wertvollsten Weg öffnen.
„Denn manchmal entstehen die wertvollsten Geschichten genau dort, wo das Leben einen ganz anderen Plan hatte, als wir selbst.“
Valeska Stein
Kommunikation bei Demenz – warum ich meinen Demenzblog gestartet habe
Valeska bloggt seit 2018 über Kommunikation bei Demenz – inspiriert von der Pflege ihres Großvaters. Ihr Blog ist ein Ort, der das ausspricht, was Betroffene und Angehörige oft nicht in Worte fassen können. Der Antrieb war von Anfang an das schlichte Bedürfnis nach Verständigung.
„Ich will einfach nur reden.“ (Alzheimer-Patientin)
Pia Hübinger
100 Blogartikel – wie ich meine Stimme fand
Pia begann 2023 widerwillig mit dem Bloggen als reines Marketingtool – und merkte erst nach 100 Artikeln, was dabei wirklich passiert war: Sie hatte ihre eigene Schreibstimme gefunden, ganz organisch, ohne sie aktiv gesucht zu haben. Der Blog wurde vom Pflichtprogramm zur echten Ausdrucksform.
„Ich habe meine eigene Schreibstimme nicht bewusst gesucht; ich bin beim Schreiben in sie hineingewachsen.“
Martina Lörracher-Leeb
Warum ich als Instagram-Beraterin blogge
Martina startete ihren Blog im Oktober 2024 – ausgerechnet als Instagram-Beraterin –, um sich von der Abhängigkeit einer einzigen Plattform zu lösen. Dabei entdeckte sie die Freiheit langer Texte, die ihr Instagram nie geben konnte. Ihr Blog ist heute nicht trotz, sondern gerade wegen Instagram entstanden.
„Nicht trotz Instagram blogge ich. Sondern gerade deshalb.“
Inga Eichmann
Bloggeburtstag – ein Liebesbrief
Ingas Blog wird ein Jahr alt – gestartet im Juli 2025 als Begleitung zu ihrer Kräuterpädagogin-Ausbildung. Statt einen einzigen Satz zu schreiben, verfasste sie kurzerhand einen ganzen Liebesbrief an ihren Blog. Schreiben ist für sie ein Ort geworden, an dem Wissen, Innenwelt und Philosophie gleichzeitig Platz haben.
„Mein Wissen findet in dir Ausdruck in Worten, mein Innerstes darf sich zeigen und meine philosophische Ader kann sich austoben.“
Andrea Hahnfeld
Frau Hahnfeld bloggt sich glücklich
Andrea bloggt seit 2007, mit vielen Projekten, Blogs und Plattformwechseln – ihr aktueller Blog existiert seit 2019 als Schreib- und Selfpublishing-Tagebuch. Was sie in all den Jahren gelernt hat: Bloggen macht nur dann glücklich, wenn man es wirklich will – nicht als Pflichtprogramm. Die anstrengenden Seiten gehören genauso dazu wie die schönen.
„Bloggen macht nur glücklich, wenn man es gerne tut und auch die anstrengenden Aspekte daran liebt.“
Tina Baier
Tina startete im März 2024 als Ernährungsberaterin mit dem Bloggen, wechselte dann zu Genealogie und kämpfte mit sinkenden Klickzahlen. Sie stand kurz vor dem Aufhören – und fing doch wieder neu an. Ihr Blog ist für sie inzwischen mehr als Marketing: ein Ort, der sie über sich selbst hinauswachsen lässt.
„Vielen Dank, du hast mich in den letzten Jahren immer wieder über mich selbst hinauswachsen lassen.“
Sandra Hylla
Bloggen – DAS Medium für die stillen Unternehmerinnen der Neuen Zeit
Sandra bloggt seit 18 Jahren – eine der erfahrensten Stimmen dieser Blogparade. Nach vielen Blogs und Plattformen hat sie ihren Platz gefunden: Cozy Biz für Frauen, ruhig und nachhaltig. Für sie ist Bloggen die entspanntere, tiefgründigere Alternative zu Social Media.
„Bloggen ist ruhiger und gemütlicher – und nachhaltiger – als Social Media.“
Christa Schäfer
Wie das Bloggen mein Leben verändert hat
Christa startete 2010 mit einem Blog über Mediation, schrieb über 500 Artikel – und wurde dann gehackt. Nach fünf Jahren Pause startete sie 2021 neu. Was sie durch all das gelernt hat: Bloggen ist das wirksamste Mittel für Bekanntheit, das sie je genutzt hat.
„Das Bloggen hat mehr zu meiner Bekanntheit beigetragen als jede klassische Werbung.“
Anja Hüttebräucker
Anja startete Ende 2017 mit Stampin‘ Up! und wanderte seitdem durch mehrere Plattformen, bis sie 2020 bei Raidboxes ihre digitale Heimat fand. Ihr erster Blogartikel war der Beginn einer kreativen Reise, auf der sie Schritt für Schritt ihre eigene Handschrift entwickelt hat. Ihr Rat an Anfänger ist so einfach wie pragmatisch: erst nachmachen, dann eigenen Stil finden.
„Mach am Anfang ruhig eins zu eins nach. Wenn du dann ein wenig Übung hast, schau, was dir an dem Projekt einer anderen Bastlerin gefällt, und nimm genau das heraus.“
Monika Köhler
Warum und wann ich mit dem Bloggen angefangen habe!
Monika gründete im April 2024 ihr Unternehmen „Ausmisten und mehr“ und baute ihre WordPress-Seite von Anfang an mit Blog – aus einem Buchkauf und viel Eigeninitiative. Was als Wissenstransfer über Ordnung und Nachhaltigkeit begann, hat sich zu einer Leidenschaft fürs Herzensthema Death Cleaning entwickelt. Heute drückt sie jeden Veröffentlichen-Button mit echter Freude.
„Bring Ordnung in dein Leben, und du bringst dein Leben in Ordnung!“
Gabriella Rauber
Die Geschichte hinter dem Schreibenblog
Gabriella ist Sekundarlehrerin in der Schweiz und begann mit dem Bloggen nach einem beruflichen Konflikt, der sie an ihre Grenzen brachte – ihre Kolleginnen rieten ihr, endlich etwas nur für sich zu schreiben. Aus diesem persönlichen Neustart entstand der Schreibenblog, auf dem ihre Schülerinnen und Schüler heute über 2200 Texte veröffentlicht haben. Ohne die Krise gäbe es weder ihren Blog noch diese Schreibgemeinschaft.
„Das Schreiben gab mir etwas zurück, das ich in den schwierigen Monaten zuvor beinahe verloren hatte. Mich selbst.“
Astrid von Prondzinski
Mein Blog, meine Stimme und der Mut, sichtbar zu werden
Astrid schreibt auf „Lebensnarben“ über Trauer, Abschiede und Lebenskrisen – Themen, über die viele Menschen nicht gerne sprechen. Ihr Blog ist knapp ein Jahr alt und für sie ein Ort, an dem Gedanken Tiefe bekommen dürfen, die auf Instagram keinen Platz hätten. Die größte Herausforderung war nicht die Technik, sondern der Mut, mit jedem Artikel ein Stück sichtbarer zu werden.
„Schreibe nicht das, von dem du glaubst, dass andere es lesen wollen, schreibe das, was du wirklich sagen möchtest.“
Beate Sinn
Beate ist Grafikerin aus Dortmund und hat sich mit einem klaren Ziel ins Bloggen gestürzt: gefunden werden für ihr Nischenbusiness „professionelles Buchdesign für Selbstverleger“. In drei Jahren lernte sie bei der Blogothek, bei Claudia Seitz, in meiner Blog-Craft-Gruppe und bei Judith Peters – und steht heute mit voller Warteliste da. Statt eines einzigen Wegs hatte sie viele, und alle haben etwas hinterlassen.
„Die richtigen Menschen finden mich, ich habe viele Anfragen und muss manchmal Leute auf die Warteliste setzen.“
Andrea Stoye
Ich dachte, Bloggen wäre nichts für mich
Andrea glaubte lange, Schreiben sei nichts für sie – kein Tagebuch, keine Brieffreundschaften, immer zu langsam. Nach 16 Jahren als Regionalleiterin wechselte sie in die Selbstständigkeit, und ihr Coach sagte den entscheidenden Satz: „Der Blog ist dein wichtigster Lead-Generator.“ Heute schreibt sie für feinfühlige Menschen über innere Muster – und weiß: Wenn ein Artikel nur einen Stein auf dem Weg zur Seite schiebt, hat sich das Schreiben gelohnt.
„Ich kann niemandem den eigenen Weg abnehmen. Wenn ein Artikel jedoch dabei hilft, einen Stein auf dem Weg ein wenig zur Seite zu schieben, hat sich das Schreiben für mich gelohnt.“
Anita Obrist
Wie aus einer Reiseidee mein Reiseblog entstand
Anita aus der Nähe von Zürich hatte Reisen und Erfahrungen immer gerne geteilt – und fand im Rahmen eines CAS-Lehrgangs die passende Form: einen Reiseblog. Am 19. Dezember 2023 drückte sie spätabends zum ersten Mal den Veröffentlichen-Button und war „unglaublich stolz“. Seitdem hat sie ihr Ziel von 60 Artikeln im ersten Jahr übertroffen und zielt 2026 auf 100.
„Am 19. Dezember spätabends war es dann so weit: Ich drückte zum ersten Mal den «Veröffentlichen»-Button und war unglaublich stolz darauf, was ich in den vergangenen Wochen erreicht hatte.“
Susanne Wagner
Mehr vom Leben mit allen Sinnen: 3 Jahre, 300+ Momente – warum #8Sammeln mehr als Achtsamkeit ist
Susanne bloggt seit 2014, den Atemblog seit 2018 – und feiert jetzt den dritten Geburtstag ihrer monatlichen Mini-Blogparade #8Sammeln, die auf einer Ferienwanderung als Wortidee entstanden ist. Über 300 achtsame Momente hat die Community seitdem dokumentiert und geteilt. Ihre Überzeugung: Achtsamkeit muss nicht kompliziert sein – sie darf leicht sein, jeden Tag, für alle.
„Achtsamkeit für alle! Egal, was gerade in deiner Agenda steht oder wie viel Stress ein Tag bringt.“
Hannah Burkhardt
Hannah nutzt ihren Blog als „Gedanken- und Interessenspielplatz“ für Themen wie Nachhaltigkeit, Feminismus und Gesundheitsbildung – nicht für ein Angebot, sondern fürs Denken selbst. Schreiben ist für sie eine Art Krücke fürs konzentrierte Nachdenken: Es verlangsamt die Gedanken und lässt Neues entstehen. Kommentare und Austausch mit fremden Menschen sind für sie das schönste Nebenprodukt.
„Beim Schreiben fällt es mir viel leichter, beim Thema zu bleiben und meine Gedanken fließen langsamer.“
Angelika Jäger
Warum ich heute anders blogge und lieber zuhöre, bevor ich schreibe
Angelika hatte schon einen Blog über Hashimoto, startete 2024 neu für Frauen über 40 beim Businessaufbau – und wurde durch Social-Media-Frust zur überzeugten Bloggerin. Ihr Blog heißt „DialogBlog“, weil er nicht beim letzten Absatz endet, sondern dort erst beginnt: Leserinnen können anonym Fragen stellen, die in neue Artikel einfließen. Bloggen ist für sie kein Monolog mehr, sondern echtes Gespräch.
„Ich blogge, weil ein Blog den Raum bietet für Gedanken, Geschichten und Lösungen, die ich gefunden habe und die in keinem Instagram-Post Platz haben.“
Ildiko Eder
Mein erster Blogartikel hatte mit Abnehmen nichts zu tun. Zum Glück.
Ildikos erster Blogartikel am 20. Dezember 2022 handelte von Prokrastination – dem falschen Thema, wie sie schnell merkte. Ein Wechsel zu Ernährung und Genuss brachte sie zu ihrem echten Herzensthema, und das jährliche Jahresrückblog-Ritual wurde zur liebsten Tradition auf ihrem Blog. Ihr wichtigster Rat: erst schreiben, dann merken, worüber man wirklich etwas zu sagen hat.
„Schreib über das, wozu du wirklich was zu sagen hast.“
Nathalie Stöcklin
Warum ich blogge und warum ich es so liebe
Nathalie hatte bei Jimdo schon begeistert gebloggt – und stand nach dem Wechsel zu WordPress ein ganzes Jahr lang vor einem leeren Blog, weil die Technik sie einschüchterte. Irgendwann fing sie einfach an, und heute bloggt sie regelmäßig über Berufsstress, Hochsensibilität, Energiearbeit und Tiere. Jeder ihrer Artikel ist für sie ein Kapitel ihres erträumten Buches – das noch keinen Ort hat, aber schon existiert.
„Jeder Blogartikel, den ich schreibe, ist wie eine Sequenz davon. Ein Kapitel das noch keinen Ort hat, aber schon existiert.“
…. und natürlich habe auch ich teilgenommen:
Birgit Lorz
Warum und wann ich mit dem Bloggen angefangen habe
Birgit bloggt seit 2002 – zunächst für SEO-Zwecke und Einnahmen, doch der Ton war lange nicht wirklich persönlich. Den Wendepunkt brachte 2023 der Jahresrückblog von Judith Peters, der ihr half, ihre eigene Schreibstimme zu finden. Heute schreibt sie nicht mehr, um Geld zu verdienen, sondern weil Bloggen Ausdruck ihrer Persönlichkeit geworden ist.
2002 – das Jahr, in dem ich zum „Bloggen“ kam. Okay, damals hieß es noch nicht bloggen, und Blogs an sich gab es auch noch kaum. Aber mein erster Gedanke war glasklar: damit schnell Geld verdienen.




