Mit dem Blog Geld verdienen: Nur 3 von 33 schaffen es regelmäßig

Mit dem Blog Geld verdienen: Ergebnisse meiner Umfrage unter 33 Bloggern.

Nur 3 von 33 Bloggern verdienen regelmäßig Geld mit ihrem Blog. Drei! Ich habe sie im September gefragt, weil ich es genau wissen wollte: Wie lange dauert es eigentlich, bis man mit dem Blog Geld verdienen kann?

Die anderen?

11 verdienen mal was, mal nichts. Ich übrigens auch.

Und 19 haben noch keinen einzigen Blog-Euro gesehen.

Das hat mich dann doch geschockt.

Da sind Anfänger dabei. Aber eben nicht alle. Und ja, Bloggen macht Spaß. Doch die meisten wollen ja schon Geld mit dem Blog verdienen. Nur einer hat angegeben, kein Geld mit seinem Blog verdienen zu wollen. Das heißt im Umkehrschluss: 18 der 19 würden schon wollen. Tun es aber (noch) nicht.

Außerdem kenne ich das selbst sehr gut. Auch ich habe jahrelang gebloggt, ohne Geld damit zu verdienen. Leider.

Ich blogge seit 2002, über 1.000 Artikel … da hat man so seine Vermutungen. Drei davon hab ich mir vorher aufgeschrieben. Ich war mir sicher, ich weiß, wie der Hase läuft. Und ich war mir auch relativ sicher, dass meine drei Hypothesen allesamt eintreffen.

Dann kamen die Antworten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur 3 von 33 befragten Bloggern verdienen regelmäßig Geld mit ihrem Blog. 11 verdienen unregelmäßig, 19 gar nichts.
  • Im ersten Jahr hat niemand Geld verdient: 0 von 6. Ab drei Jahren Blog-Alter sind es 11 von 16.
  • 10 von 14 Bloggern, die Geld verdienen, kommen nicht über 100 Euro im Monat.
  • Die Leserzahl entscheidet wenig: Alle 5 Blogs mit 2.000 und mehr Lesern liegen unter 100 Euro. Die drei mit 300–500 Euro haben 62, 600 und 800 Leser und verkaufen eigene Dienstleistungen.
  • 11 von 19 Bloggern ohne Einnahmen wissen nicht, woher ihre Leser kommen. Bei denen mit Einnahmen ist es 1 von 12.

Meine Umfrage unter 33 Bloggern, September 2026

Warum ich das wissen wollte

Ich hab schon lange so ein Gefühl. Viele Blogger stecken mehr Zeit in ihren Blog, als finanziell je wieder rauskommt. Dir geht’s wahrscheinlich ähnlich wie mir.

Versteh mich nicht falsch.

Bloggen macht einfach so viel Spaß!
Es ist eine Bereicherung fürs Leben.
Meine Gedanken fließen, meine Ideen kommen … Das will ich nicht missen.

Aber kann man mit dem Bloggen auch Geld verdienen? Oder ist es am Ende doch nur ein Hobby?

Genau das wollte ich wissen.

Bevor die erste Antwort reinkam, hab ich meine Hypothesen aufgeschrieben. Schwarz auf weiß. Damit ich mir hinterher nichts schönreden kann.

  • Bloggen braucht Zeit. Die ersten Jahre verdienst du kaum etwas.
  • Ohne Newsletter verdienst du meist nichts mit deinem Blog.
  • Unter 5.000 Lesern im Monat brauchst du übers Geldverdienen gar nicht nachzudenken.

Klingt logisch, oder?

Dachte ich auch.

„Bloggen braucht Zeit.“ Volltreffer!

Keiner, der kürzer als ein Jahr bloggt, verdient Geld damit. 0 von 6. Ab drei Jahren sind es 11 von 16.

Balkendiagramm: Wie viele Blogger mit ihrem Blog Geld verdienen, nach Blog-Alter. Im ersten Jahr 0 von 6, nach über 10 Jahren 3 von 4.
Gerade unter 3 Jahren verdient kaum einer Geld. Über 10 Jahren dagegen 3 von 4. Wobei zur Wahrheit wohl auch gehört: So lange leben die meisten Blogs nicht.

Aber … die Zeit bringt dir den ersten Euro. Ein Gehalt? Eher nicht!

4 von 9, die seit fünf Jahren oder länger bloggen und Geld verdienen, liegen unter 50 Euro im Monat.

Ist das nicht deprimierend? Ich finde schon.
Warum? Weil’s mir auch so gegangen ist.

Heiko ist einer von den sechs Neulingen. Er steckt 20 Stunden pro Woche in seinen Blog, mehr als fast alle anderen. Und er sieht das ganz entspannt:

„Ich habe den Blog erst seit ein paar Monaten. Ich muss ihn Erstmal zum Laufen bringen. Was zukünftige Einnahmen betrifft, bin ich noch am überlegen, welchen Weg ich gehen soll.“

„Ohne Newsletter kein Geld.“ Jein.

Ohne Newsletter verdienen 2 von 10 Geld mit dem Blog. Mit Newsletter sind es 12 von 23. Heißt aber auch: Fast die Hälfte mit Newsletter verdient nichts.

Was mich überrascht hat:

Alle vier, die 300 Euro oder mehr im Monat verdienen, haben einen Newsletter. Mich eingeschlossen. Und zwar keinen riesigen. 70, 120, 200 … und bei mir rund 350 Abonnenten. Mehr nicht.

Mein allererster Newsletter ging übrigens an sieben Abonnenten. Sieben! Wenn man damit rechnet, dass etwa 1 bis 3 Prozent der Abonnenten kaufen, kauft bei sieben natürlich kein Mensch. Ist einfach so.

Der Newsletter muss also erst wachsen. Deshalb setzt du ihn am besten gleich beim Blogstart auf. Hab ich total verpasst. Tut mir heute noch im Herzen weh, wie viel Zeit ich hab vorbeigehen lassen, bis ich kapiert hab, wie wichtig er ist.

Und dann: schreiben.

Regelmäßig.

Und regelmäßig heißt nicht einmal im Monat. Regelmäßig heißt mindestens einmal die Woche. Das darf auch mal kurz sein. Ein Input, ein netter Insight, ein persönlicher Moment, ein schöner Link, den du gefunden hast. Hauptsache, deine Abonnenten merken: Es rentiert sich, dabeizubleiben.

Meine Angebote stehen immer im P.S. Ich verkaufe nicht in jedem Newsletter was. Aber wenn ich ein neues Produkt rausbringe, geht das über den Newsletter recht gut.

„Unter 5.000 Lesern kein Geld.“ Voll daneben!

Jeder, der in meiner Umfrage mit seinem Blog Geld verdient, hat weniger als 5.000 Leser im Monat. Jeder einzelne. Ich übrigens auch: fibb.de hat rund 800 Leser im Monat.

Da kommt wohl der SEO in mir durch. Ein Blog unter 5.000 Lesern? Das kann nur ein Hobby sein. So zumindest meine Denke. Ich lag – erfreulicherweise – volle Kanne daneben.

Meine Methodik

Umfrage
Zeitraum3.–29. September 2026
Verbreitet überNewsletter, Facebook, LinkedIn
Besucher der Umfrage148
Antworten33 (davon einer ich)
Artanonym, nicht repräsentativ

Methodik ist jetzt wohl etwas arg hoch gegriffen. Das war meine erste Umfrage und ich war echt schon froh, als das Ding bei tally.so endlich live ging. Aber natürlich hab ich mir vorab Gedanken gemacht. Was ich mich zuerst kaum getraut hatte, waren offene Fragen zu stellen. Allerdings hab ich schnell gemerkt, die bringen den größten Aha-Effekt. Somit habe ich welche eingebaut. Aber die Beantwortung frei gestellt.

Befragt habe ich Blogger aus meinem Umfeld, vom frischen Einsteiger bis zum alten Hasen mit über zehn Jahren Blog-Erfahrung.

Die Themen gehen quer durch den Garten:

  • Reisen
  • Hunde
  • DIY
  • Trauer
  • Lohnabrechnung
  • Gewürze und Tee
  • und vieles andere mehr

Die Umfrage lief vom 3. bis 29. September 2026 über meinen Newsletter, Facebook und LinkedIn. Die Umfrage hatte 148 Besucher. Davon haben 33 Blogger geantwortet. Einer davon war ich. Die Umfrage war anonym, Name und Webseite konnte jeder freiwillig angeben.

Ein paar Dinge solltest du noch wissen:

  • Leserzahlen, Einnahmen und Stunden sind Selbstauskünfte.
    Da hat keiner nachgemessen, das ist manchmal Bauchgefühl, mal im Backend nachgeschaut.
  • Geantwortet haben nur Leute, die noch bloggen. Wer aufgegeben hat, taucht hier nicht auf.
    Was ich persönlich schade finde. Doch wie findet man diese Leute?
  • Während die Umfrage lief, hab ich den Fragebogen noch angepasst.
    Ein paar Fragen haben deshalb nicht alle gesehen. Vor allem die offenen Fragen habe ich nachträglich eingebaut.
  • Eine doppelte Antwort und unmögliche Werte hab ich aussortiert. Minus 6.080 Leser im Monat? Nee.
  • Bei 33 Antworten nenne ich keine Prozente, sondern immer „x von y“. Alles andere wäre geschummelt.

Ganz ehrlich?

Das ist keine repräsentative Erhebung. Es ist eine Befragung in meinem eigenen Umfeld. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und ja, ich hab ein Eigeninteresse.

Ich blogge seit 2002 und begleite Bloggerinnen dabei, mit ihrem Blog sichtbar zu werden.
Natürlich will ich wissen, was bei anderen funktioniert … und was nicht.

Quelle aller Zahlen in diesem Artikel: meine eigene Umfrage auf fibb.de, 3.–29. September 2026, 33 Blogger.

10 von 14 Bloggern, die Geld verdienen, kommen nicht über 100 Euro im Monat

10 von 14 Bloggern, die mit ihrem Blog Geld verdienen, liegen unter 100 Euro im Monat. Ich weiß, ich wiederhole mich.

Aber ist das nicht erschreckend?

7 davon sogar unter 50 Euro.

Das reicht heute nicht mal für eine Tankfüllung.

Über 1.000 Euro kommt genau einer und nein, das bin nicht ich!

Es gibt also auch Lichtblicke. Es gibt Blogger, die Geld verdienen! Wenn auch keiner davon unter drei Jahren. Aber immerhin.

Meine Erfahrung deckt sich damit.

Meine ersten Euronen hab ich nach etwa zwei Jahren verdient (AdSense). Nach etwa fünf oder sechs Jahren war ich bei gut 1.000 € im Monat. Allerdings lief AdSense damals auch noch viel besser. Heute (nach fast 25 Jahren) verdiene ich mein Geld nicht mehr durch das Blog – meine Kunden kommen über das Blog. Zum Leben reicht es leider immer noch nicht.

So verteilen sich die 14 Verdiener nach Einnahmen und Blog-Alter:

Einnahmen im Monat1–3 Jahre3–5 Jahre5–10 Jahreüber 10 Jahre
unter 50 €3–4–
50–100 €–111
300–500 €–1–2
1.000–3.000 €––1–

Sandra bringt es auf den Punkt:

„Ich habe einfach nichts verkauft. Auch jetzt noch nicht, es ist ja nur ein wenig Geld. Eigentlich will man manchmal einfach aufhören.“

Die Blogger mit Einnahmen stecken im Schnitt 6 Stunden pro Woche rein.

Bei unter 50 Euro im Monat sind das keine 2 Euro Stundenlohn. Würdest du für 2 Euro auf die Arbeit gehen? Egal, wie schön die Arbeit ist … ich nicht!

Was das für dich heißt:
Schreib dir auf, was dein Blog im letzten Monat eingebracht hat, direkt und über Kunden, die über den Blog kamen. Liegst du unter 100 Euro? Dann bist du ganz normal. Leider. Die spannendere Frage ist, was du deinen Lesern anbietest.

11 von 19 Bloggern ohne Einnahmen wissen nicht, woher ihre Leser kommen

Wer nicht weiß, woher seine Leser kommen, verdient fast nie Geld mit dem Blog. Man kann’s auch anders ausdrücken: Wer kein Geld verdient, weiß nicht, woher seine Leser kommen. Nein, ist nicht dasselbe …

Das Thema beschäftigt mich später nochmal.

Von 19 Bloggern, die noch nichts verdienen, haben 11 bei der Frage nach den Lesekanälen „Ich weiß nicht“ angekreuzt. Bei denen, die Geld verdienen, ist es 1 von 12.

Punktegrafik: 11 von 19 Bloggern ohne Einnahmen wissen nicht, woher ihre Leser kommen, bei Bloggern mit Einnahmen nur 1 von 12
Woher kommen deine Leser?

Und das sind nicht nur Anfänger. 4 der 11 bloggen seit fünf Jahren oder länger. Fünf Jahre schreiben … und keine Ahnung, wer liest oder woher die Leute kommen?

Für mich als SEO unvorstellbar!

Dabei finde ich Statistiken auch langweilig. Auswertungen lesen? Nervig. Und bevor ich meine Monatsstatistik ausfülle, würde ich manchmal lieber erst einen Kaffee trinken gehen … Aber wie soll ich sonst wissen, ob’s aufwärts geht?

Brigitte ging’s übrigens genau andersrum. Sie schreibt:

„Mein Kopf hat zuvor auch beim Start gemeint, ich müsse erst SEO lernen, sonst hätte das Bloggen doch gar keinen Sinn.“

Hat sie dann aber nicht. Sie hat einfach angefangen und das ist auch gut so! Selbst ich (als SEO) rate Bloggern nicht gleich mit Suchmaschinenoptimierung anzufangen. Erst bloggen lernen, mit dem Blog klar kommen, die ersten Blogartikel schreiben – SEO kommt danach. Stück für Stück.

Umgekehrt sieht’s so aus: 9 von 12 Bloggern, die Geld verdienen, nennen Google als Kanal. Bei denen ohne Einnahmen sind es nur 6 von 19.

Doro hat bei den Kanälen auch „Ich weiß nicht“ angekreuzt. Ihre größte Hürde:

„Ich beachte alle Regeln, trotzdem kommt nichts bei raus.“

Lidija sagt, ihr größtes Hindernis ist „fehlende Reichweite“. Ihre Leser? Kommen von … sie weiß es nicht.

Und eine Teilnehmerin hat mir sinngemäß eine Gegenfrage gestellt:

Woher weiß ich eigentlich, wie viele Leser mein Blog hat?

Gute Frage. Und genau da fängt’s an.

Ohne Zahlen bloggst du im Blindflug. Du weißt nicht, welche Artikel laufen und welche nicht. Und schon gar nicht, warum.

Was das für dich heißt:
Öffne heute noch deine Statistik, zum Beispiel die Google Search Console oder dein Statistik-Plugin in WordPress. Ich verwende Koko Analytics für den ersten Blick im Backend und die Google Search Console für den genauen Blick aufs Eingemachte.

Die 5 Blogs mit den meisten Lesern verdienen alle unter 100 Euro

Alle 5 Blogs mit 2.000 Lesern oder mehr im Monat verdienen unter 100 Euro. 4 davon sogar unter 50 Euro. Die drei, die 300–500 Euro verdienen, haben 62, 600 und 800 Leser. Die 800, das bin ich.

ThemaWomit?Leser/MonatEinnahmen/Monat
DIYAffiliate, Kooperationen, Werbung4.70050–100 €
FinanzenE-Books, Werbung4.500unter 50 €
ReisenKooperationen, Affiliate3.000unter 50 €
Gewürze, Tee, RezepteE-Books2.800unter 50 €
Persönlichkeitsentwicklung, AchtsamkeitKooperationen, Affiliate2.000unter 50 €
HaustiereDienstleistung, Produkte, Kurse, Affiliate1.0001.000–3.000 €
Bloggen, SEO, WordPress (fibb.de)Dienstleistungen, Miniprodukte, Werbung800300–500 €
Buchdesign, Self-Publishingeigene Dienstleistung600300–500 €
Traumafolgen, Selbstfürsorge, BeziehungenCoachings62300–500 €

Mit 62 Lesern im Monat (die Zahl find ich cool) über 300 € Umsatz? Gratuliere!

Und dann ist da amberlight mit ihrem DIY-Blog. 4.700 Besucher im Monat, über 300 Artikel, seit über zehn Jahren dabei. Sie verdient regelmäßig mit ihrem Blog, zwischen 50 und 100 € im Monat. Über Affiliate, Kooperationen und Werbung.

Klar, andere Themen, andere Blogs, andere Leserschaft. Aber ich trau mich gar nicht umzurechnen, was bei 4.700 Lesern drin wäre, wenn sie den gleichen Weg ginge wie die Bloggerin mit den 62 Lesern.

Was ich an amberlight übrigens richtig klasse finde: Sie macht ihre Blogeinnahmen seit 2012 öffentlich. Jahr für Jahr. Wer wissen will, wie sich Affiliate und Werbung über die Zeit entwickelt haben, schaut in ihren Jahresrückblick 2024. Ein seltener Blick hinter die Kulissen.

7 Blogger verkaufen über ihren Blog eine eigene Dienstleistung. 4 davon verdienen 300 Euro oder mehr im Monat.

Die 7, die nur auf Affiliate, Kooperationen, Werbung oder E-Books setzen, kommen alle nicht über 100 Euro. Das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen. Die Zeiten, in denen ich 1.000 € über AdSense verdient habe, liegen schon länger zurück. Heute sind das nur noch ein paar Cent. Leider.

Heißt das jetzt: Finger weg von Affiliate? Nö. Für einen Hobbyblog ist das total klasse. Da spielst du zumindest die Providerkosten wieder rein. Oder Canva. Oder was du sonst so brauchst.

Bei Kooperationen wär ich vorsichtig. Da musst du dir genau überlegen, welche du eingehst. Link-Kooperationen können ganz schnell dazu führen, dass du von Google abgestraft wirst.

Aber wenn du wirklich damit Geld verdienen willst? Wenn du davon leben möchtest? Wenn du davon träumst, dass dir dein Blog zu einem anderen Leben verhilft? Dann ist Affiliate der falsche Weg. Ist leider so.

Dann brauchst du eigene Produkte. Am besten fängst du mit Miniprodukten an. Ich hab mittlerweile ein paar am Markt, die verkaufen sich immer wieder mal. Und natürlich Dienstleistungen. Klar, die kannst du nur so viel verkaufen, wie du Zeit hast. Aber sie bringen zumindest mehr Geld als ein bisschen Affiliate.

Sylvia hat 62 Leser im Monat und verdient mit Coachings 300–500 Euro. Auf die Frage, was sie beim Geldverdienen im Kopf Überwindung gekostet hat, schreibt sie:

„Als ich verstanden hatte, dass ich mit meiner Expertise, die ich in meinem Blog zeige Kund:innen gewinnen kann, nichts“

Fünf Blogger nennen als größte Hürde „Sichtbarkeit“ oder „Reichweite“.

Drei davon gehören zu den Blogs mit den meisten Lesern: 4.700, 3.000 und 2.800 im Monat.

Liegt’s also wirklich an der Reichweite?

Ich glaube eher nicht.

Die drei haben mehr Leser als fast alle anderen.

Aber keiner von ihnen verkauft etwas Hochpreisiges.

Da gibt’s Provisionen, Kooperationen, Werbung, E-Books … lauter kleine Beträge. Die Blogs mit 300–500 Euro haben einen Bruchteil der Leser, aber sie verkaufen ihre eigene Dienstleistung.

Auch hier kann ich aus meiner eigenen Erfahrung zustimmen. Seitdem ich Dienstleistungen, Coachings und Miniprodukte anbiete, verdiene ich definitiv mehr als vorher.

Und ich hab sogar noch einen Gegenbeweis im eigenen Haus. Mein Hobbyblog Kleopas über Brett- und Kartenspiele hat rund 20.000 Besucher im Monat. 99 Prozent davon kommen über Suchmaschinen. Und was bringt er mir? Ein paar Euro über Amazon. Genug für die Providergebühren. Mehr nicht.

Und das ist auch völlig in Ordnung so. Kleopas soll gar kein Business sein. Aber da siehst du’s schwarz auf weiß: 20.000 Leser ohne Angebot bringen weniger als 62 Leser mit Angebot.

Streudiagramm Leser pro Monat und Blog-Einnahmen: Alle Blogs ab 2.000 Lesern verdienen unter 100 Euro, Blogs mit wenigen Lesern teils 300–500 Euro
Mit 62 Besuchern kann man bereits über 300 € verdienen und
mit fast 5.000 Besuchern immer noch bei unter 50 € sein.

Und was macht die KI mit der Reichweite?

Kurz gesagt: Die KI nimmt mir die Leser mit den einfachen Fragen weg. Die, die noch kommen, kaufen eher.

Ich geb’s zu: Das war auch für mich ein Prozess.

Früher hab ich gedacht: Jeder Blogartikel, der mir neue Leser bringt, bringt mir neue Interessenten. Neue Kunden. Und bevor die KI-Ära anfing, hat das auch funktioniert. Über 20 Jahre. Sicher. Einfach. Hauptsache ranken.

Heute kommen weniger Besucher. Viel weniger Besucher. Erschreckend wenig Besucher.

Für mich als SEO war das am Anfang echt ein Schock.

20 Jahre. Ich hab echt viel mitgemacht. Soviele Updates.

Doch mit der KI hatte ich nicht gerechnet:

Die ganzen einfachen Suchanfragen beantwortet die KI.
Wer „Was ist SEO?“ googelt, bekommt die Antwort in den ersten zwei Sätzen, bevor er überhaupt ein Suchergebnis sieht. Auf meinen Blog kommt der nicht mehr.

Aber hätte der mich je gebucht? Eher nicht.

Die, die heute noch auf meinen Blog kommen, haben ein ganz spezielles Problem. Die haben eine genaue Vorstellung davon, was sie brauchen. Und die kaufen auch eher.

Deshalb ist es gerade im Zeitalter der KI gar nicht mehr so wichtig, wie viele Klicks du auf deinem Blog hast. Wichtiger ist, wer da kommt. Wollen die was von dir? Oder suchen die was ganz anderes? Und da ist sie wieder: die Suchintention. Also: Was will jemand wirklich, wenn er etwas googelt? Sich informieren, vergleichen oder kaufen? Das ist das Wichtigste überhaupt.

Das zu verstehen, hat mich ein paar Monate gekostet. Seitdem läufts sogar noch besser als vorher.

Doch was machen Blogger, die nicht auf 20 Jahre „auf und ab“ zurückblicken können… so wie Conny.

Conny bloggt noch kein Jahr. Sie schreibt:

„Ich weiß nicht, wie man mit bloggen direkt Geld verdienen kann. Ich dachte, das läuft dann über die Webseite.“

Und weißt du was, Conny? Genau so ist es. Der Blog holt die Leser. Danach brauchst du noch ein richtig tolles Angebot. Dann verdienst du endlich Geld! Sogar mit richtig wenigen Lesern. Was ich schon faszinierend finde.

Was das für dich heißt:
Öffne deinen meistgelesenen Blogartikel. Steht darunter etwas, das du selbst anbietest, und zwar etwas, das mehr kostet als eine Tasse Kaffee? Wenn nicht: Schreib heute noch einen Satz plus Link zu deinem Angebot drunter. Falls dir auf Anhieb nichts einfällt, verlink deinen Newsletter. Was? Der bringt dir kein Geld? Oh, wenn du wüsstest! Ich verkauf (fast) nur über meinen Newsletter.

Die Stimmen: Was mir am meisten hängen geblieben ist

Hier sind die Sätze, die hängen geblieben sind. Wörtlich, so wie sie reingekommen sind. Denn ich wollte definitiv nichts glattbügeln oder umdeuten.

Zeigen, machen … oder erst verstehen?

Daniela bloggt seit über fünf Jahren. Sie schreibt:

„Ich hätte mir gewünscht, dass mir jemand sagt, dass es länger braucht um Geld zu verdienen, als man so meint. Und am meisten Überwindung kostet mich immer noch die Sichtbarkeit. Und wie ich sie bekomme, beziehungsweise mir erarbeite. Ich möchte mich eigentlich nicht zeigen, weiss aber, dass es ohne nicht geht.“

Claudia hat einen Reiseblog, auch seit über fünf Jahren. Sie hält mit genau sieben Wörtern dagegen:

„Mach einfach. du wirst sehen, was passiert.“

SAM schreibt über Frauen, Kraft, Selbstfindung und Spiritualität, ebenfalls seit über fünf Jahren. Sie sagt:

„Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie das gehen soll“

Drei Bloggerinnen, gleich lange dabei, drei Welten. Ich glaube, die meisten von uns kennen alle drei Stimmen. Und zwar im eigenen Kopf.

Geduld oder Arbeit?

Astrid begleitet Menschen durch Trauer, Abschied und Veränderung. Sie bloggt noch kein Jahr und hat gemerkt, dass sich etwas tut. Nur eben später als gedacht:

„Die Resonanz auf meine Blogartikel sprich Kommentare hat jetzt erst nach 50 Blogartikel zugenommen“

50 Artikel! In nicht mal einem Jahr. Hut ab, Astrid. Und ich gebe zu: Kommentare sind immer noch kein Geld. Aber es ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Beate bloggt seit 3–5 Jahren über Buchdesign und Self-Publishing. Sie verdient 300–500 Euro im Monat mit ihrem Blog. Leicht findet sie das trotzdem nicht:

„Viel mehr Arbeit als die eigentliche Dienstleistung ist das Aufbauen und Pflegen des Blogs! Und es wird immer anspruchsvoller“

Kann ich so unterschreiben.

Was im Kopf passiert

Erinnerst du dich an Claudia mit ihrem „Mach einfach“? Auf die Frage, was sie beim Geldverdienen im Kopf Überwindung gekostet hat, schreibt genau sie:

„Kann ich mit dem was ich tue wirklich Geld verdienen? Bin ich so gut, das andere es kaufen und dann nicht enttäuscht sind.“

Also auch die Macherin zweifelt. Das beruhigt mich irgendwie. Weil es mir häufig auch so geht.

Brigitte bloggt noch kein Jahr über Frauengesundheit, Vagusnerv und Stress im Alltag. Bei ihr meldet sich der innere Kritiker:

„Schreibe ich nicht Mist?! / was ich schreibe gibt es doch schon soooo oft / das will doch keiner lesen… = also, zu mir zu stehen und den inneren Kritiker einzufangen“

Astrid kennt diesen Zweifel auch. Bei ihr ging’s ums Sichtbarwerden:

„Gerade mit einem Thema wie Trauer gibt es beim Blog schreiben keine „schnellen Erfolge“ und keine lauten Erfolgsgeschichten. Deshalb hat es mich am meisten Überwindung gekostet mit meinen ganz eigenen Gedanken und meiner oft etwas anderen Haltung sichtbar zu werden, obwohl ich nicht wusste, ob meine Gedanken und meine Geschichte überhaupt wichtig genug sind, um geteilt zu werden. Heute weiß und merke ich aber, dass Menschen eben nicht nach Perfektion oder reiner Expertise suchen, sondern nach etwas, das sie berührt und ihnen das Gefühl gibt, mit ihren Erfahrungen nicht allein zu sein.“

Bei Doro ist es etwas ganz Konkretes:

„Immer einen nächsten Schritt mit Handlungsaufforderung anzuhängen.“

Klingt klein. Ist es aber nicht. Das ist genau der Satz mit Link unter deinem Artikel, von dem ich oben geschrieben hab. Den es am Ende dieses Blogartikels auch wieder von mir gibt.

Was die Blogger schwierig fanden

Auf die Frage, was sie auf dem Weg zum ersten Blog-Euro am meisten aufgehalten hat, kamen ganz unterschiedliche Antworten:

  • Sichtbarkeit und Reichweite: der Klassiker, fünfmal genannt.
  • Überhaupt zu wissen, wie das geht: Manche wussten lange gar nicht, dass und wie man mit einem Blog Geld verdienen kann.
  • Sich selbst zu vermarkten: sich zeigen, über das eigene Angebot sprechen, Mut haben.
  • Kooperationspartner zu finden: über Agenturen und Portale viel schwerer als gedacht. Und dann müssen die Inhalte auch noch zum eigenen Blog passen.
  • Die richtige Zielgruppe: Wen spreche ich eigentlich an, und wie?
  • Das Thema: Manche Themen lassen sich einfach schwer zu Geld machen.
  • Die Technik: Auch das Bezahlsystem kann zur Hürde werden.

Fällt dir was auf? Fast nichts davon hat mit dem Schreiben selbst zu tun.

Und dann das hier

Lidija bloggt seit 1–3 Jahren über Psychotherapie, Mindset, Achtsamkeit und Journaling. Auf die Frage, was sie sich gewünscht hätte, dass ihr jemand ehrlich sagt:

„Es ist manchmal einfacher, aber auch schwieriger, nur eben an anderen Stellen, als du denkst. ;-)“

Dem hab ich nichts hinzuzufügen.

Was ich trotz dieser Umfrage noch nicht weiß

33 Antworten, jede Menge Zahlen … und trotzdem sind ein paar Fragen offen geblieben.

Offene FrageWarum ich’s nicht weißWas ich immerhin weiß
Wie viele haben unterwegs aufgegeben?Geantwortet haben nur Blogger, die noch bloggen.Nix. Keine Ahnung. Und noch weniger eine Idee, wie ich das rausfinden könnte.
Wie lange dauert es bis zum ersten Euro?Die Frage stand nur am Anfang der Umfrage drin…und viele wissen wohl selbst nicht mehr, wann das war. Deshalb habe ich die Frage nach ein paar Rückmeldungen rausgenommen.Wer kürzer als ein Jahr bloggt, verdient nichts: 0 von 6. Und bei 1–3 Jahren verdienen nur 3 von 11, alle unter 50 €.
Schaffen es die anderen noch?Eine Umfrage ist eine Momentaufnahme.18 von 19, die noch nichts verdienen, wollen es weiter versuchen. 4 davon bloggen schon seit über fünf Jahren.

Dabei war die Frage nach dem ersten Euro eigentlich meine Frage! Und den 18 drück ich die Daumen.

Henne oder Ei?

Die Verdiener wissen meist, woher ihre Leser kommen. Aber schaut man genauer hin, weil man Geld verdient? Oder verdient man Geld, weil man genauer hinschaut?

Meine Vermutung: Wer Geld verdienen will, schaut genauer hin.

Jetzt kannst du natürlich sagen: Ja, aber ich will doch auch Geld verdienen, und ich schau nicht hin. Dann ist das Geldverdienen bei dir wohl noch nicht so richtig in den Fokus gerückt.

Denn wenn ich hundertprozentig – ach was, hunderteinprozentig – Geld verdienen will, muss ich wissen, woher meine Leute kommen. Über welche Quellen. Über welche Keywords. Über welche Suchanfragen. Und mit welcher Suchintention! Gerade die Suchintention ist hier ein starker Hebel!

Will sich jemand nur informieren? Dann kauft er selten.
Explodiert ihm gerade der Computer unter den Fingern? Dann kauft er.

Beweisen kann ich das mit meiner Umfrage nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher.

Vielleicht ein Thema für die nächste Umfrage?

Was ich beim nächsten Mal anders fragen würde

  • Bei den Leserzahlen fehlte „Weiß ich nicht“.
    Eine Teilnehmerin hat mich zu Recht darauf hingewiesen. Und wenn 11 von 19 Bloggern ohne Einnahmen nicht wissen, woher ihre Leser kommen, ist das keine Kleinigkeit.
  • „Womit verdienst du Geld – oder womit möchtest du es verdienen?“
    Das sind eigentlich zwei Fragen in einer. Was jemand tut und was jemand vorhat, gehört getrennt.
  • „Über 10 Jahre“ ist zu grob.
    Da landet jemand mit elf Jahren im selben Topf wie ich mit fast 25.
  • Was genau wird verkauft, und zu welchem Preis?
    Nicht nur, womit jemand Geld verdient.
  • Wird der Newsletter überhaupt zum Verkaufen genutzt?
    Oder nur zum Informieren? Oder für …?

Hobby oder Business: Kann man mit dem Blog Geld verdienen?

Kann man mit einem Blog Geld verdienen?

Ja. Aber es dauert.
Und die Leserzahl allein bringt’s nicht.

Die Zahlen sind da ziemlich deutlich. Unter einem Jahr verdient keiner was, du brauchst also Zeit. Du musst wissen, woher deine Leser kommen, sonst tappst du im Dunkeln. Und über 100 Euro kommst du nur mit einem eigenen Angebot.

Und wenn du gar kein Business willst?

Dann ist das total klasse!

Ein Hobbyblog ist was richtig Schönes. Er macht Spaß, und aus ihm kann ganz viel wachsen. Ich hab ja selbst einen. Bei Kleopas schreibe ich über mein Hobby, Brett- und Kartenspiele. Ich zeige anderen Spielern neue Spielweisen oder Spiele, die vielleicht nicht so bekannt sind. Es macht einfach so viel Spaß, diese Artikel zu schreiben. Es ist so genial!

Hobbyblogs sind total legitim. Und manchmal entsteht aus so einem Hobbyblog später ein Business. Ich finde, das ist dann das beste Business, das es überhaupt gibt. Denn was ist schöner, als mit dem Geld zu verdienen, was man eh schon als Hobby macht? Schöner geht’s doch gar nicht.

Brigitte hat mir in der Umfrage ein Geheimnis verraten:

„Ich wünsche mir seit über 10 Jahren sehnlichst, eine Bloggerin zu sein. Hab mich einfach nicht getraut. Erst jetzt habe ich mir einen Ruck gegeben und bin gestartet.“

Und weiter:

„Meine Entscheidung: Das Schreiben in den Vordergrund stellen, die Freude, die eigenen Inhalte und das eigene Erleben weiterzugeben. DAS ist mein Antrieb (und nicht, ob es Geld einbringt).“

Und lohnt sich das Durchhalten? Beate hat sich in der Umfrage selbst die Frage gestellt: „Bist du froh, dass du durchgehalten hast bis heute?“

Ihre Antwort:

„Absolut ja!“

Ich auch. Seit 2002.

Birgit Lorz, Bloggerin und SEO-Expertin von fibb.de

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Häufige Fragen: Mit dem Blog Geld verdienen

Wie lange dauert es, bis man mit dem Blog Geld verdient?
In meiner Umfrage unter 33 Bloggern hat im ersten Jahr niemand Geld verdient: 0 von 6. Ab drei Jahren Blog-Alter verdienen 11 von 16 zumindest etwas. Bei mir kamen die ersten Euros nach etwa zwei Jahren.

Was verdient ein Blogger im Monat?
Meistens wenig. 10 von 14 Bloggern, die Geld verdienen, liegen unter 100 Euro im Monat, 7 sogar unter 50 Euro. Über 1.000 Euro kommt in meiner Umfrage genau einer. Noch mehr Input: Was verdient ein Blogger im Monat. 6 Insider berichten.

Wie viele Leser braucht man, um mit dem Blog Geld zu verdienen?
Weniger, als ich dachte. Die drei Blogs mit 300–500 Euro im Monat haben 62, 600 und 800 Leser. Alle 5 Blogs mit 2.000 und mehr Lesern verdienen unter 100 Euro. Entscheidend ist ein eigenes Angebot.

Lohnt sich Affiliate-Marketing für Blogger?
Für einen Hobbyblog ja, um Providerkosten und Tools reinzuholen. Wer vom Blog leben will, braucht eigene Produkte oder Dienstleistungen. In meiner Umfrage kam niemand, der nur auf Affiliate, Kooperationen, Werbung oder E-Books setzt, über 100 Euro.

Braucht man einen Newsletter, um mit dem Blog Geld zu verdienen?
Er ist kein Garant, aber alle vier Blogger mit 300 Euro oder mehr haben einen, mit 70 bis 350 Abonnenten. Mein Tipp: Setz ihn gleich beim Blogstart auf und schreib mindestens einmal pro Woche.

Wie kann man mit einem Blog Geld verdienen?
Über Affiliate-Links, Werbung, Kooperationen, E-Books, Miniprodukte oder eigene Dienstleistungen. In meiner Umfrage kam aber nur über 100 Euro im Monat, wer etwas Eigenes verkauft. Ich selbst verdiene heute über Dienstleistungen, Coachings und Miniprodukte. AdSense bringt mir nur noch ein paar Cent.

Kann man mit einem Hobbyblog Geld verdienen?
Ein bisschen, ja. Mein Hobbyblog Kleopas über Brett- und Kartenspiele hat rund 20.000 Besucher im Monat und bringt mir über Amazon ein paar Euro. Genug für die Providerkosten. Mehr nicht. Und das ist völlig okay so.

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