Selbstständig machen: Schritt für Schritt erklärt!

Du möchtest dich selbstständig machen, bist dir aber nicht sicher, wie das genau geht? Dann bist du hier richtig! In meinem Leitfaden erkläre ich dir alles Schritt für Schritt.

13 Schritte zur Selbstständigkeit
13 Schritte zur Selbstständigkeit

In 13 Schritten zu Selbstständigkeit

Ich erkläre in meinem Leitfaden „Wie mache ich mich selbstständig?“ alles von Anfang an. Falls du schon ein paar Schritte weiter bist, steige einfach da wieder ein, wo du gerade stehst.

Mit was mache ich mich selbstständig?

Einfach die Anstellung kündigen und sich selbstständig machen, ist meist ein schlechter Weg. Bevor du dich selbstständig machst, muss auch klar sein, dass dein Geschäftsmodell genug Geld abwirft.

Deshalb beschäftige dich im ersten Schritt mit der Ideenfindung:

  • Was willst du tun?
  • Was kannst du anbieten?
  • Was kannst du besonders gut?

In meinem Artikel 10 Ideen für die Selbstständigkeit zu Hause habe ich dir schon ein paar Ideen mitgegeben – doch es gibt noch viele mehr. Schau dich einfach einmal bei mir um:

Diese Artikel sollten dir einen ersten Eindruck geben, was du alles machen könntest. Aber selbstverständlich gibt es noch viel mehr Ideen rund um die Selbstständigkeit. Deshalb lass dir für diesen Schritt genügend Zeit und Ruhe. Du möchtest ja den Rest deines Lebens mit dieser Idee dein Geld verdienen.

Informationen beschaffen

Sobald du deine Geschäftsidee gefunden hast, brauchst du Informationen  – und zwar noch lange vor der Gewerbeanmeldung.

Fragen, die du dir dabei stellen kannst:

  • Wird diese Dienstleistung / dieses Produkt überhaupt gebraucht?
  • Wird es gerade hier gebraucht?
  • Oder ist es besser, sie in der nächstgelegenen Stadt selbständig zu machen?
  • Passt ein Onlineangebot besser?
  • Welche Ausstattung (Gebäude, Geräte, Werkzeuge, Laden, usw.) wirst du benötigen?

Es gibt in vielen Städten extra Beratungsstellen für Frauen. Auch kann man sich z.B. an das Arbeitsamt wenden, wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen möchte.

Besonders leicht und besonders viele Infos bietet natürlich das Internet. Beispielsweise gibt es die Gründerinnenzentrale, die sich um gründungswillige Frauen kümmern. Oder verschiedene Bundesländer bieten Beratung und Förderung an (hier Bayern).
 

Die passende Rechtsform finden

Welche Rechtsform soll das Unternehmen denn haben? Diese Frage sollte man genauer überlegen. Jede Rechtsform hat Vor- aber auch Nachteile:

  • Wer eine Ein-Personen-Unternehmung gründet, wählt meist die Einzelunternehmerin.
  • Doch auch eine GmbH oder die englische Variante die Ltd. ist eine Überlegung wert
  • Zu zweit oder dritt kann man eine GbR gründen.

Alle Unternehmensformen haben ihre Vorteile – allerdings auch einige Nachteile. Darüber solltest du dich vorab genauer erkundigen. Mögliche Unternehmensformen wären:

  • Einzelunternehmer
  • Freiberufler (geht nur bei bestimmten Berufen)
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Limited (Ltd.)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Unternehmensgesellschaft (UG)
  • gemeinnütze Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH)

Meist wird es bei der Unternehmensgründung wohl eine der oberen fünf Unternehmensformen werden.

Kapitalbedarf ermitteln

Wieviel Kapital brauche ich zur Gründung meines Unternehmens? Nicht ganz einfach – wohl wahr. Doch wichtig, denn eine ungenügende Kapitaldecke macht einer Neuunternehmerin das Leben nur unangemessen schwer.

Dazu brauchst du eine Bestandsaufnahme aller Anschaffungen, die du für deine Selbstständigkeit benötigst. Danach schaust du, welche Kosten die jeweiligen Punkte verursachen. Kalkuliere dabei nicht zu knapp! Es kommt immer etwas dazwischen! Deshalb kalkuliere ein Polster mit ein.
 

Finanzierung planen

Mit dieser Zahl kannst du an die Finanzierung deiner Selbständigkeit gehen. Dabei kannst du auch verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen:

  • Eigenkapital
    • dein Erspartes
    • eventuell Geräte (PC oder anderes) die du schon besitzt
    • eigenes Haus als Büro / Werkstatt / Laden
  • Privatkredite
    • Eltern oder Geschwister
    • Freunde
  • Bankkredite
  • stattliche Fördermittel
  • fremde Investoren

Standort wählen

Wenn die Entscheidung nicht sowieso schon gefallen ist. Ich habe beispielsweise mein Business selbstverständlich von zuhause aus gestartet. Ich brauche weder Laden noch Werkstatt.

Falls es bei dir anderes gelagert ist, schau dich in deiner näheren Umgebung um. Dabei solltest du überlegen, welcher Standort welche Vorteile und Nachteile mitsichbringt. Ein Beispiel:

  • Laden in der Innenstadt:
    • Vorteil: mehr Laufkundschaft
    • Nachteil: Miete ist teurer
  • Laden auf dem Dorf
    • Vorteil: günstige Miete
    • Nachteil: keine Laufkundschaft

Welche der beiden Lokalitäten ist nun die bessere?

Richtig! Das lässt sich pauschal nicht sagen. Verkaufst du beispielsweise Rasenmäher – brauchst du keine (oder kaum) Laufkundschaft. Im Gegenteil. Die Innenstadt (meist Fußgängerzone) wäre hinterlich. Da die Kunden den Rasenmäher weit zu ihrem Auto transportieren müssen.

Verkaufst du dagegen Süßwaren, ist es wahrscheinlich, dass dir die Innenstadt einiges an mehr Umsatz bringt.

Deshalb überlege genau, welche Lage zu deinem Business passt!
 

Businessplan erstellen

Einen Businessplan zu erstellen, ist relativ aufwändig. Das geht nicht von heute auf morgen. Da steckt viel Hirnschmalz und noch mehr Zeit darin. Lass dir damit Zeit! Überlege genau! Oder hol dir Hilfe. Es ist keine Schande hier alleine nicht weiterzukommen.

Dieser Businessplan soll enthalten:

  • genaue Darstellung der Geschäftsidee
  • die Rechtsform
  • Angebot des Unternehmens
  • Standort des Unternehmens
  • Marketinganalyse
  • Personalplanung
  • Finanzen
  • Überlegungen zur Zukunft

Es ist nicht ratsam ohne Businessplan zu gründen! Wenn man vorhat, viel Geld zu investieren, eventuell Kredite braucht oder eine Förderung möchte, kommt man sowieso um die Erstellung eines Businessplanes nicht herum.

So schreibst du einen erfolgreichen Businessplan!

 

Unternehmennamen festlegen

Auch wenn du als Einzelunternehmer startest, braucht dein Unternehmen einen Namen. Als Einzelunternehmer kannst du auch nur einen eigenen Namen nehmen. Allerdings darfst du ihn mit einem Zusatz ergänzen:

  • Gärtnerei Erika Weidner
  • City-Friseur Linda Grünig
  • Martina Ludwig – Suchmaschinenoptimierung

Aber auch Phantasienamen gehen:

  • Malinka –  Erika Huber
  • Maxlino – Antonia Schönig
  • Liesel Loose | Mein kleines Königreich

Bei allen anderen Unternehmensarten sind Phantasienamen (ohne Nennung des Inhabers) erlaubt:

  • Malinka GmbH
  • Mein kleines Königreich OHG
  • Maxlino AG

Genehmigungen einholen

Nicht jeder darf jedes Unternehmen gründen. Ein Beispiel ist die Meisterpflicht. Erkundige dich vorher ob es solche Genehmigungen braucht. Die sind beispielsweise für deinen Beruf oder die Lokalität. Auskunft darüber erteilt dir das Gewerbeamt.

Absicherung

Was dem Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber abgenommen wird, muss eine Selbständige selbst machen. Egal was kommt, diese Absicherung MUSS gesichert sein. Wirft deine Selbstständigkeit zu wenig Geld ab, um deine Absicherung zu gewährleisten – geh zurück zu Schritt eins und überleg dir, was du ändern könntest.
  
Zu einer Grundabsicherung gehören:

– Vorsorge für die Rente
– Krankenversicherung
– Pflegeversicherung
– Betriebshaftpflicht
  
Ebenfalls nicht schaden können z.B.

– Unfallversicherung
– Rechtsschutz für das Unternehmen (kommt auf das Tätigkeitsfeld an)

 Gewerbe anmelden

Jetzt endlich darfst du zur Gemeinde und den Gewerbeschein holen oder eben die Gesellschaft gründen. Der Gewerbeschein ist relativ schnell geholt. Um eine Gesellschaft zu gründen, gehört ein bisschen mehr dazu. Je nachdem, für welche Unternehmensform du dich entschieden hast, musst du dich frühzeitig über die nötigen Schritte erkundigen.

Konto einrichten

Was jetzt noch fehlt, ist ein Geschäftskonto. Das kannst du natürlich bei der Hausbank einrichten. Allerdings schadet es nicht, einmal nach anderen Angebote zu schauen.

 

Weitere Schritte

Endlich! Dein Unternehmen ist am Start. Doch damit fangen die Arbeiten erst an.  Hier ein paar Punkte, an die du dich relativ frühzeitig machen solltest:

  • Geschäftsräume mieten + einrichten
  • Auch auf Personalsuche sollte man sich schnell begeben, falls Personal benötigt wird – denn gerade die Suche nach Personal kann langwierig sein.
  • Werbung machen
  • Ware bestellen
  • Onlinepräsenz aufbauen (auch für Offline-Selbstständigkeit heute ein Muss!)
  • Arbeitsstelle kündigen / Arbeitszeit reduzieren
  • uvm.

Diese Liste ist definitiv nicht abschließend. Soll dir aber einen Überblick verschaffen, wie der Weg in deine Selbstständigkeit gelingen kann.

 

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Du bist dir nicht sicher, ob du wirklich für die Selbstständigkeit geschaffen bist? Das verstehe ich voll und ganz! Das geht vielen Menschen so.  Doch was muss ein Unternehmer überhaupt können, sein und wissen?

Ganz ehrlich? DEN Unternehmer gibt es nicht! Jedes Unternehmen ist anders, jedes Unternehmen fordert andere Wesenszüge. Trotzdem ist es nicht falsch sich darüber Gedanken zu machen, welcher Typ Mensch man selbst ist.

Ich beispielsweise bin kein Verkäufer – anderen etwas verkaufen? Geht nicht! Ich erkläre gern, helfe gern und stehe mit Rat und Tat zur Seite. Wenn es dir ähnlich geht, ist das super. Wenn du ganz andere Schwächen und Stärken hast, ist das auch gut. Du musst „nur“ die passende Geschäftsidee zu deinem Wesen finden.

Es gibt einige Eigenschaften, die dir sicherlich helfen:

Doch auch wenn du bei der ein oder anderen Eigenschaft „schwächelst“, wichtig ist dass du an dich und deine Idee glaubst und daran arbeitest!

Daneben brauchst du natürlich noch die fachliche Qualifikation. Sich als Metzger selbstständig machen und noch nie eine Wurst hergestellt zu haben, funktioniert nicht. Genauso ist das auch bei allen anderen Tätigkeiten. Selbstverständlich kannst du vieles erlernen – doch fachlich solltest du schon auf der Höhe sein.

Weitere Bereiche sollten dir zumindest keine Angst bereiten, in die kannst du dich einarbeiten:

  • Buchhaltung
  • Steuern
  • Mitarbeiterführung
  • Marketing

Selbstständig machen? Das musst du vorher wissen!

Was ist besser: angestellt oder selbstständig?

Selbstständig sein heißt heute nicht mehr „selbst und ständig“. Allerdings sollte dir schon klar sein, dass du als Selbstständiger selbst dran bist, wenn es darum geht, Geld zu verdienen. Als Mitarbeiter arbeitest du die Arbeiten ab, die auf deinem Schreibtisch liegen. Als Selbstständiger muss du darüber raus schauen – dabei passieren natürlich auch einmal Fehler.

Spätestens wenn du Angestellte hast, wächst auch die Verantwortung. Denn nun bist du nicht mehr nur für dein Einkommen verantwortlich – sondern auch für das deiner Mitarbeiter und deren Familien.

Die Vorteile einer Selbstständigkeit liegen auf der Hand:

  • (meist) höherer Verdienst
  • soziale Anerkennung
  • Arbeit, die zu einem passt
  • mehr Freiheit

Fazit: Jede Existenzgründung ist anders

Jedes Unternehmen, jeder Mensch und die Voraussetzungen sind jedesmal anders – wie soll eine Unternehmensgründung dann der nächsten gleichen? Allerdings gibt es einen roten Faden, der sich auch durch deine Gründungen zieht. Diesen roten Faden habe ich versucht, dir aufzuzeigen.

In welcher Phase steckst du gerade?
Bist du schon auf dem Weg zu deiner Selbstständigkeit?
Schreib mir gerne einen Kommentar!

 

PS. Auch diesen Beitrag rund ums „Selbstständig machen“ habe ich im Jahr 2021 runderneuert.Die erste Version stammt aus dem Jahr 2009.

Über Birgit Lorz

Birgit Lorz (geboren 1969), Mutter von 4 Kindern, ist seit 2001 als Online Marketing Manager im WWW unterwegs. Durch Ihren Werdegang liegen ihr gerade Themen rund um Seo, Selbstständigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Herzen.

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